• 04.11.2009, 10:00:19
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Live in Ö1: RSO Wien spielt Haydns "Die Jahreszeiten" und "Wien Modern"-Konzert

Wien (OTS) - Das ORF-RSO Wien spielt im November Haydns "Die
Jahreszeiten" (6.11., live in Ö1) und zwei Konzerte im Rahmen des
Festivals "Wien Modern": Werke von Staud, Cerha, Xenakis und Varèse
stehen am 13. November auf dem Spielplan (live in Ö1), am 20.
November Kompositionen von Xenakis, Gander und Neuwirth.

An einer kulturhistorisch merkwürdigen Wegkreuzung findet man sich
in "Die Jahreszeiten" von Joseph Haydn wieder: Die alte Tradition des
religiös motivierten Oratoriums wird zwar fortgeführt, aber ohne
Heiligengeschichten oder geistliche Darstellungen, sondern in einem
schon von der "Schöpfung" her vertrauten Hauch vom Geist der
Aufklärung und vor allem vom, von Rousseaus Philosophie inspirierten,
Schildern von Natur und Landleben. Als "sequel" zur "Schöpfung"
komponiert, wurden sie 1801 in Wien erfolgreich uraufgeführt, nachdem
Haydn mit diesem Werk - auch wegen seiner nachlassenden Gesundheit -
offenbar mehr und länger gerungen hatte, als er es gewohnt war.
Andererseits scheint ihm manches auch besonderes Vergnügen bereitet
zu haben, sonst hätte er über die Szene des "Weinfests des Landvolks"
nicht den Ausspruch hinterlassen, "einen so komischen Kontrapunkt und
eine so besoffene Fuge habe ich noch nie geschrieben". Solisten des
RSO-Konzertes unter Chefdirigent Bertrand de Billy am 6. November im
Wiener Konzerthaus sind Miah Persson (Sopran), Daniel Johannsen
(Tenor) und Georg Zeppenfeld (Bass), weiters wirkt die Wiener
Singakademie mit. Ö1 überträgt live ab 19.30 Uhr.

Noch aus dem Mozart-Jahr stammt das Stück "Seque" von Johannes
Maria Staud. Ausgangspunkt für sein Cellokonzert ist ein Fragment von
Mozart. Der unveränderte Beginn eines Andantinos für Cello und
Klavier führt sozusagen in die Irre, setzt damit aber auch Fantasie
und Neugier frei, neue Klangwelten zu erkunden. Solist Jean-Guihen
Queyras, der sich auf einer kürzlich erschienenen CD als Spezialist
für "Cellokonzerte des 21. Jahrhunderts" bewiesen hat, besitzt
jedenfalls die Gabe, dem Komischen ebenso hintergründig Gestalt zu
geben wie dem elegisch Melodischen. Die österreichische
Erstaufführung der revidierten Fassung wird vom RSO Wien am 13.
November - Konzertbeginn: 19.30 Uhr - im Rahmen des Festivals "Wien
Modern" im Musikverein gespielt, es dirigiert Bertrand de Billy.
Weiters sind Werke von Friedrich Cerha, Iannis Xenakis und Edgar
Varèse zu hören, Ö1 überträgt das Konzert live.

Péter Eötvös, seit dieser Konzertsaison 1. ständiger Gastdirigent,
und das ORF Radio-Symphonieorchester Wien prägen aber auch einen
weiteren "Wien Modern"-Schwerpunkt, der dem griechisch-französischen
Komponisten Iannis Xenakis gewidmet ist. Zu hören sind "Alax" und
"Terretektorh", zwei aufwendige und spektakuläre Werke, die am 20.
November (Beginn: 19.30 Uhr) teils mit im Großen Saal des Wiener
Konzerthauses inmitten des Publikums verteilter Musikeraufstellung
aufgeführt werden. Weiters spielt das RSO an diesem Abend zwei
ORF-Auftragskompositionen - das Orchesterstück "lovely monster" des
Tiroler Komponisten Bernhard Gander und Olga Neuwirths Konzert für
Viola und Orchester "Remnants of Song...an Amphigory". Ausschnitte
dieses Abends sind am 23. November ab 23.05 Uhr in "Zeit-Ton" zu
hören. Details zum Konzertprogramm des RSO Wien sind abrufbar unter
http://rso.orf.at (ih)

Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
Tel.: (01) 501 01/18050
mailto:[email protected]

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