• 01.11.2009, 05:00:16
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Faymann in ÖSTERREICH: "Pröll hat Hahn vorgeschlagen"

Kanzler-Kritik an ÖVP: "So kann man in der EU nicht auftreten"

Wien. (OTS) - In einem Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH
(Sonntag-Ausgabe) weist Bundeskanzler Werner Faymann die ÖVP-Kritik,
er habe das Agrarressort in der EU verspielt, vehement zurück: "Das
ist ein unfreundlicher Akt gegen den Parteiobmann der ÖVP. Josef
Pröll hat Johannes Hahn als EU-Kommissar vorgeschlagen. Wenn er
(Anm.: Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch) meint, das sei kein
optimaler Vorschlag gewesen, soll er das mit seinem eigenen Obmann
diskutieren. Die Herren kennen sich ja aus dem Bauernbund."

Darüberhinaus dementiert Faymann aktuelle Medienberichte,
Kommissionschef Barroso habe Österreich den Agrarkommissar in
Kombination mit der Person von Wilhelm Molterer angeboten: "Er hat
das natürlich nie angeboten. Er hat gesagt, dass er niemand ein
Ressort anbietet, bevor nicht der letzte Kommssar nominiert ist."

Weiters warnt der Kanzler jetzt die ÖVP eindringlich davor, die
Person des designierten EU-Kommissars Hahn schlecht zu reden: "So
kann man in der EU nicht auftreten. Ich warne davor, dass VP-Teile
versuchen, die Nominierung Hahns darzustellen, als ob das der
kleinste gemeinsame Nenner wäre." Deshalb denke er, Faymann, auch
nicht darüber nach, dass bei einer Nachnominierung Alfred Gusenbauers
Österreich der EU-Außenminister zufallen könnte: "Ich bin kein
Grillitsch. Deshalb beschäftige ich mich auch nicht mit Gusenbauer
oder Hätte-Wäre-Debatten, sondern unterstütze Hahn voll. Alles andere
könnte dazu führen, dass ihm die größten Schwierigkeiten beim Hearing
im EU-Parlament blühen."

Bis Mitte November werde der Kanzler gemeinsam mit Spaniens
Regierungschef Zapatero und dem Dänen Rasmussen ein Personalpaket für
den EU-Außenminister und den Ratspräsident schnüren: "Es geht um
Inhalte, um die Nähe zu Barrack Obama." Faymann bleibt auch dabei,
dass seiner Meinung weder Wolfgang Schüssel als Ratspräsident noch
Alfred Gusenbauer als Außenminister eine reale Chance hätten: "Außer
dass sich manche Kollegen freundlich nach dem Befinden der Herren
erkundigten, habe ich ihre Namen nie gehört. Vorgeschlagen hat sie
schon gar niemand. Hätte ich auch nur die geringste Chance gesehen,
da etwas für Österreich herauszuholen, hätte ich sofort zugegriffen."

Rückfragehinweis:
ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
mailto:[email protected]

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