• 30.10.2009, 12:31:46
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LR Ragger: Neue Formen der Pflege in Kärnten

LR Ragger stellte Pilotprojekt zu betreutem Wohnen in St. Andrä vor - Ziel sind Betreuungsnetzwerke in ganz Kärnten

Klagenfurt (OTS) - "Die Kärntner Sozialpolitik hat sich in der
Altenpflege viel zu lange ausschließlich darauf konzentriert,
Pflegeheime zu errichten. Das geht an den Bedürfnissen der Menschen
vorbei. Ein Heimplatz sollte das letzte Glied einer Versorgungskette
sein. Bis dahin brauchen wir andere Formen der Betreuung, welche
pflegebedürftigen Menschen größtmögliche Selbständigkeit erlauben."
Mit diesen Worten stellte Kärntens Sozialreferent Landesrat Christian
Ragger heute, Freitag, das Konzept einer betreuten Wohnanlage für 20
Senioren in St. Andrä vor.

Das Ziel lautet, geistig fitten Personen mit den Pflegestufen 0-3 ein
selbständiges Wohnen mit gesellschaftlichem Anschluss und mit einem
Pflege-Sicherheitsnetz zu bieten. In diesem Rahmen können es sich die
Betroffenen aussuchen, wann sie sich in die Privatheit der eigenen
Wohnung zurückziehen und wann sie die Gemeinsamkeit mit anderen
Senioren suchen.

Die Basis dafür sind: Leistbare Mietwohnungen mit einer geregelten
Betreuung, die im Wesentlichen Dienstleistungen umfasst, die früher
durch eine Großfamilie abgedeckt worden sind. Die Herausforderung
lautet für die Bewohner den "Pflege- und Haushalts-Standby" wie in
einem Heim zu offerieren und den Senioren gleichzeitig ein
selbständiges Leben mit maximalem Freiraum zu ermöglichen.

Die AvS stellt alle dafür erforderlichen Dienstleistungen für 200
Euro pro Wohnung zur Verfügung. Der Hausmeister der Vergangenheit
feiert in einer neuen aufgewerteten Form als fachkundiger
Seniorenbetreuer sein Comeback. In St. Andrä können bis zu 20
Senioren (10 Alleinstehende, 5 Ehepaare) eine Wohnung anmieten. Mit
in dem Angebotspaket sind Pflegehelfer und Animateure, welche sich
täglich um die Mieter kümmern und gemeinsame Unternehmungen
organisieren. Weiters steht eine Reinigungskraft zur Verfügung, die
in jeder Wohnung eine Grundreinigung vornimmt. Zusätzlich können die
Mieter auch ein Bügel- und Wäscheservice buchen.

Wenn ein Mieter für eine gewisse Zeit umfangreichere Pflegeleistungen
benötigt, so bestellt die Hausbetreuerin diese bei der AvS im Rahmen
der vom Land subventionierten mobilen Dienste. Die zusätzlichen
Betreuungskosten für dieses Pilotprojekt in Höhe von jährlich rund
40.000 Euro werden zum Großteil vom Land sowie von der Stadtgemeinde
bzw. den betroffenen Mietern bezahlt. Wenn sich dieses Projekt
bewährt, sollten laut Ragger ähnliche rasch in ganz Kärnten umgesetzt
werden, wobei das Ziel darin besteht, Betreuungsnetzwerke zwischen
Pflegeheimen, mobilen Diensten und betreubaren Wohneinheiten zu
begründen.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
BZÖ Kärnten
Bündnis Zukunft Österreich

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