- 26.10.2009, 09:01:39
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"trend": Häupl will Noten für Lehrer
Wiens Bürgermeister Häupl will Lehrer "evaluieren" lassen. Er will mehr Kontrolle, weniger Schulautonomie und ist für das Sitzenbleiben leistungsschwacher Schüler.
Wien (OTS) - Michael Häupl meldet sich in der Bildungs-Debatte zu
Wort. Auf die Frage, ob Lehrer in Zukunft benotet, bewertet werden
sollten, sagt der Wiener Bürgermeister im kommenden Dienstag
erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend": "Ja, selbstverständlich. So
wie sich auch nobelpreisverdächtige Wissenschaftler evaluieren lassen
müssen."
Die Schulinspektoren, so Häupl, müssten in Zukunft "vor Ort präsent
sein", er sei "ein Freund der Qualitätssicherung".
Es brauche, so Häupl auf diverse Mängel in Wiener Schulen
angesprochen, "verstärkte Kontrolle und das bedeutet mit Sicherheit
ein Weniger an Schulautonomie. Das, was es an pädagogischen Vorgaben
gibt, muss auch umgesetzt werden. Da werden wir was tun."
Auf den Einwand, dass diese Maßnahmen die Lehrer vermutlich nicht
freuen werden, meint Häupl: "Das weiß ich. Aber alle Schulpartner
müssen daran arbeiten, dass die Schulen den Weg ins 21. Jahrhundert
einschlagen können."
Klagen der Wirtschaft, es sei zunehmend schwierig, Jugendliche zu
finden, die den Anforderungen eines Lehrplatzes gewachsen seien,
versteht Häupl nur zum Teil: "Ich denke, die Wahrheit liegt in der
Mitte. Aber es ist sicher auch eine Schutzargumentation. Denn die
Wirtschaft stellt einfach zu wenig Lehrplätze der Verfügung." Heute
würden, so Häupl im "trend", "nahezu die Hälfte der Wiener Lehrlinge
in überbetrieblichen Lehrwerkstätten oder bei der Stadt Wien
ausgebildet."
Häupl will eine "echte Vorschule und nicht nur das verpflichtende
Kindergartenjahr"; er wünscht sich die "gemeinsame Schule der Zehn-
bis Vierzehnjährigen flächendeckend für Österreich", will, dass
"gefördert, nicht ausgegrenzt" wird. In der Frage "Sitzenbleiben"
weicht er jedoch von der SPÖ-Linie, vertreten von Bildungsministerin
Claudia Schmied, deutlich ab. Während diese - und auch Wiens
Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl - für ein konsequentes
Ende der Klassenwiederholung plädiert, sagt Häupl wörtlich: "Ich bin
dafür, wenn man eine Gesamtbeurteilung hat, wenn der Schüler die
Klassenreife nicht erreicht hat, er diese Klasse wiederholt."
Rückfragehinweis:
trend Redaktion, Tel.: (01) 534 70/3402
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