• 23.10.2009, 15:10:30
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Schultes: Heimische Biotreibstoffe sind keine Klimasünder

Neueste Studienergebnisse treffen auf Österreich und Europa nicht zu

Wien (OTS) - "Zu der neuesten im Wissenschaftsmagazin 'Science'
zitierten Studie möglicher Auswirkungen der Biotreibstoffe auf das
Klima ist festzuhalten, dass Biotreibstoffe aus Europa sicher keine
negativen Folgen für das Klima haben, weil dafür kein Quadratmeter
Regenwald gerodet werden muss", reagiert Hermann Schultes,
Vorsitzender des Ausschusses für Energiefragen in der
Landwirtschaftskammer Österreich und Präsident der LK
Niederösterreich, auf die in heimischen Medien zitierten neuen
Studienergebnisse.

In der Diskussion zum Thema Biotreibstoffe sei einmal mehr
festzuhalten, dass die Substitution von knapper werdendem Erdöl durch
Biotreibstoffe aus nachhaltiger europäischer Produktion die
Klimaschutzpolitik und bei uns in Österreich auch den Weg des
gentechnikfreien Anbaus unterstütze. "Biotreibstoffe aus
österreichischem Anbau werden aus Weizen, Mais und Zuckerrüben
produziert. Dabei wird neben Ethanol als Basis für Superethanol und
die Benzinbeimischung auch hochwertiges, gentechnikfreies
Eiweißfutter hergestellt. Dieses österreichische gentechnikfreie
Produkt erspart uns den Import von Eiweißfutter aus Brasilien, das
dort wiederum etwa 60.000 ha Fläche beanspruchen würde", ergänzt der
LK-Energiesprecher.

Kritik an unreflektierter Übernahme von Studienergebnissen

Aus Sicht der LK Österreich sei es verständlich, dass nicht nur
die Erdölwirtschaft, sondern auch die ganze Kette der wirtschaftlich
potenten Eiweißfutterproduzenten und Händler alles unternimmt, um mit
fragwürdig zustande gekommenen Studien die unliebsame Konkurrenz beim
Aufbau der eigenständigen europäischen Treibstoffproduktion zu
behindern, so Schultes.

"Eine unreflektierte Übernahme von Studienergebnissen aus
Regionen, die sich nicht nachhaltigen Prinzipien der Bewirtschaftung
verpflichtet haben, führt zwangsläufig zu falschen
Schlussfolgerungen. Biotreibstoffe aus Österreich stärken die
Klimaschutzpolitik und reduzieren die Ölabhängigkeit unseres Systems.
Ich bin überzeugt, dass der Energiehunger der Welt künftig auch die
Nutzung der Biomasse in allen Regionen der Welt vorantreiben wird.
Aus diesem Grund müssen wir alles daransetzen, dass dabei auch die
Nachhaltigkeit der Landnutzung nach österreichischem Beispiel
verstärkt und mögliche negative Wirkungen vermieden werden. Dies muss
auch eine zentrale Forderung für die Klimaschutz -Verhandlungen von
Kopenhagen sein", unterstreicht Schultes.

EU-Vorgaben für erneuerbare Energien

"Unser Ziel muss es sein, bei der Energieversorgung ein Maximum an
regionaler Wertschöpfung mit nachhaltigen Produktionsmethoden zu
erreichen. Die biogenen Treibstoffe sind ein wichtiger Teil unserer
Bemühungen. Es werden damit einerseits die klaren Nachhaltigkeits-
und Sozialstandards der EU eingehalten und gleichzeitig die heimische
Wertschöpfung bei beträchtlicher Reduktion der Devisenabflüsse für
Öleinkäufe aus politisch instabilen Regionen der Welt gesteigert. Das
EU-Ziel für erneuerbare Energien und das Teilziel für Biotreibstoffe
jetzt in Frage zu stellen, ist verantwortungslos, denn derzeit sind
die Alternativen zu Biotreibstoffen rar gesät. Bis es vergleichsweise
leistbare und umweltschonende Alternativen für die individuelle
Fortbewegung gibt, ist der seitens der EU beschrittene Weg für
Biotreibstoffe sinnvollerweise fortzusetzen", hält der
LK-Energiesprecher fest.
(Schluss)

Rückfragehinweis:

Landwirtschaftskammer Österreich
   Tel.: +43/1/53441-8520, 8523
   mailto:[email protected]
   www.lk-oe.at 
   
   Für fachliche Rückfragen: DI Alexander Bachler, Tel. 01/53441/8595, 
   e-mail: [email protected]

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