Lehrergewerkschafter Maresch: Probleme gehören ausgesprochen und gelöst

Wien (OTS) - Die durch die neun Ländervorsitzenden der Christgewerkschafter (FCG) in der PflichtschullehrerInnengewerkschaft angesprochene Problematik des Themas "LehrerInnen haben ein Recht auf Respekt" hat eine schwungvolle Diskussion ausgelöst. SchülerInnen haben ein Recht auf einen ungestörten Unterricht, ergänzt Stephan Maresch, PflichtschullehrerInnengewerkschafter in Wien.

Dieses berechtigte SchülerInnenrecht setzt den gegenseitigen Respekt aller Schulpartner voraus. Man darf nicht wegschauen, wenn unsere KollegInnen immer häufiger in den Klassenräumen mit Verbalattacken, Aggressionen und dem Überschreiten von Normen und Grenzen konfrontiert sind.

Dabei geht es nicht um die harmlosen Lauser, über die man sogar manchmal schmunzeln muss. Da geht es viel mehr um jene wenigen SchülerInnen, die Aggressionen bis hin zum Terror in den Klassenzimmern verbreiten und die Autorität ihrer Lehrerinnen und Lehrer, aber auch ihrer Eltern nicht anerkennen.

Ein qualitativer Unterricht ist in vielen Fällen einfach nicht machbar und geht auf Kosten vieler Kinder. Grenzen zu setzen verlangt auch nach entsprechenden Konsequenzen - und die gibt es in der momentanen Gesetzeslage einfach nicht ausreichend. Immer häufiger beschweren sich Eltern über andere SchülerInnen, weil sich ihre eigenen Kinder nicht mehr in die Schule trauen, oder sich dort nicht mehr wohl fühlen, weil einige wenige Schüler Angst und Schrecken verbreiten.

Speziell im Großstadtbereich und in den Pflichtschulen mündet diese Respektlosigkeit oft in Gewalt. Diese Gewalt pflanzt sich dann von der Schule auf die Straße fort, führt Maresch weiter aus.
Er ersucht alle Beteiligten sich an einen Tisch zu setzen, anstatt reflexartig auf die Lehrerschaft hinzuhauen und endlich diesen Teufelskreis zu erkennen.

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo sie andere schädigt und beeinträchtigt! Jene, die Respektlosigkeit in den Schulen klein reden und das "Recht auf Respekt" mit dem Schlagwort "Lehrer wollen wieder strafen" ins Lächerliche oder Populistische ziehen, wollen sich mit den Sorgen der LehrerInnen und Schulpartner nicht auseinandersetzten. Eine Konsequenz aus der Diskussion kann der massive Ausbau von Supportsystemen pro Schulstandort sein, wie es z.B. im immer wieder gepriesenen Finnland bereits üblich ist. Maresch fordert deshalb Bundesministerin Dr. Claudia Schmied auf, nicht die Augen vor der Realität zu verschließen und Ihre MitarbeiterInnen nicht mit Arbeitskreisen oder ähnlichen Pseudoaktionen zu belasten, sondern sinnvolle Maßnahmen gemeinsam mit den LehrervertreterInnen zu diskutieren.

Rückfragen & Kontakt:

Stephan Maresch
PflichtschullehrerInnengewerkschaft
Tel: 01/53454/435

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