Trauer um Fritz Csoklich

Der langjährige Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" , der zugleich eine der Zentralgestalten des österreichischen Katholizismus war, starb im 81. Lebensjahr

Graz, 22.10.2009 (KAP) Trauer um Fritz Csoklich: Der langjährige Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" und frühere Präsident der steirischen Katholischen Aktion (KA) ist am Donnerstagmorgen im 81. Lebensjahr verstorben. Unter der Leitung Csoklichs wurde die "Kleine Zeitung" in den siebziger Jahren zur drittstärksten Tageszeitung in Österreich und zur auflagenstärksten Bundesländerzeitung, eine Marktposition, die seither noch ausgebaut werden konnte. Csoklich war aber nicht nur herausragender Journalist, dem es immer darum ging, "die Freiheit beim Wort zu nehmen", sondern zugleich eine der Zentralgestalten des Katholizismus in Österreich. In den innerkirchlichen "Turbulenzen" ab 1986 war er ein unverdrossener Verfechter des Kirchenbildes des Zweiten Vatikanischen Konzils. Zugleich blieb er seinen Prinzipien des Dialogs mit Andersdenkenden treu.

Bereits zu einem Zeitpunkt, als noch niemand die "Wende" von 1989 vorhersehen konnte, setzte sich Csoklich für grenzüberschreitende Initiativen ein, um den Menschen in den Ländern des damaligen "realen Sozialismus" das Gefühl zu nehmen, dass sie vom "freien Westen" abgeschrieben seien. Diese Initiativen galten insbesondere Slowenien, Kroatien, Polen und Ungarn.

Fritz Csoklich wurde am 5. Mai 1929 in Wien geboren; er studierte Germanistik und Geschichte und promovierte 1953. Seine journalistische Laufbahn begann er als Redaktionsaspirant in der Grazer "Kleinen Zeitung". Nach Tätigkeit bei verschiedenen deutschen Zeitungen wie der "Rheinischen Post" oder der "Kölnischen Rundschau" kehrte er nach Graz zurück und arbeitete zunächst im außenpolitischen Ressort und dann im Lokalteil der "Kleinen Zeitung". 1959 wurde er provisorisch mit der Führung der Redaktion der "Kleinen Zeitung" betraut und ein Jahr später zum Chefredakteur bestellt. In dieser Funktion war er u.a. auch Mitinitiator des Volksbegehrens zur Reform des Österreichischen Rundfunks.

Seit frühester Jugend war Fritz Csoklich eng mit der Katholischen Aktion verbunden. In der Katholischen Aktion nahm er unterschiedliche ehrenamtliche Funktionen wahr. 1994 wurde er zum Präsidenten der steirischen Katholischen Aktion gewählt.

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