Jugendforschung: Schließung statt Jubiläum!

Aufgrund fehlender Fördergelder Schließung des Österreichischen Instituts für Jugendforschung (ÖIJ)! PK zur Zukunft der österreichischen Jugendforschung am 5.11.09.

Wien (OTS) - In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde gestern Abend von den Mitgliedern des Österreichischen Instituts für Jugendforschung (ÖIJ), zu denen 20 österreichische Jugendorganisationen sowie die Bundesjugendvertretung zählen, einstimmig die Schließung des Instituts beschlossen. Mit 31.12.2009 stellt der Verein somit alle Forschungs- und Geschäftstätigkeiten ein.

Anstatt sich auf das 50-jährige Jubiläum vorzubereiten, beschäftigt man sich nun mit der Auflösung des Forschungsvereines, der Kündigung von MitarbeiterInnen, dem Abschluss der letzten Forschungsprojekte und der Auflösung des Bürostandortes. Auch die größte Kinder- und Jugendforschungsbibliothek Österreichs, die sich am ÖIJ befindet und bereits seit einem Jahr geschlossen ist, muss bis Jahresende übersiedelt sein. Wohin ist noch nicht geklärt, da Platz und Finanzierung für die Aufbewahrung der rund 12.000 Werke fehlen.

Das Österreichische Institut für Jugendforschung (ÖIJ) beschäftigte sich seit 1960 systematisch und regelmäßig mit Jugendfragen. Der Verein hatte das Aufzeigen der Lebenssituation und Probleme sowie Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen und die Ausarbeitung zukunftsorientierter Vorschläge auf Basis wissenschaftlicher Methoden zum Ziel. Unter anderem erfolgte das durch die Österreichische Jugendwertestudie, die seit 1990 bereits dreimal durchgeführt werden konnte.

In den letzten fünf Jahren wurde das Institut zum Teil über das Programm "Dynamische Qualitätssicherung" des BMWF gefördert. Dieses Programm lief nun aus, ein Nachfolgeprogramm für 2010 ist nicht geplant. Andere Finanzierungszusagen, zum Beispiel aus dem Bundsministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, konnten nicht erreicht werden.

Bereits in den letzten Jahren hat das Institut mehr als drei Viertel der Einnahmen über Forschungsprojekte und Dienstleistungen abgedeckt. Ohne öffentliche Gelder ist sind jedoch Grundlagenforschung, Vernetzung, Weiterbildung und Infrastrukturkosten nicht finanzierbar und auch die Jugendorganisationen können diese Finanzierung nicht sicherstellen, weshalb nun das endgültige Aus des Instituts beschlossen werden musste.

Terminaviso: PK am 5.11.09

Aufgrund der Institutsschließung lädt das ÖIJ zur Pressekonferenz "Jugendforschung in Österreich - Rückschritte und Ausblicke"

Jugendliche sowie ihre Werte und Einstellungen stehen immer wieder im Zentrum von Diskussionen. Ihr Wahlverhalten, jugendliche MigrantInnen und politische Beteiligung beschäftigten Politik und Gesellschaft, fundierte Aussagen und Studien gibt es mangels Finanzierung jedoch nicht mehr.

Was bedeutet das Ende des ÖIJ für die Jugendforschung in Österreich? Welche Forschung wird benötigt, wie kann sie sichergestellt werden und wie groß ist tatsächlich das Interesse an der Jugend?

Termin: 05.11.2009
Zeit: 9:30 Uhr
Ort: Österreichisches Institut für Jugendforschung, Maria Theresien-Str. 24/10, 1010 Wien, 5. Stock

Ihre GesprächspartnerInnen:

  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Gudrun Biffl (Donau Universität Krems; Wissenschaftlicher Beirat des ÖIJ)
  • DSA Monika Pinterits (Kinder- und Jugendanwältin)
  • Mag. Philipp Nagel (Vorsitzender Bundesjugendvertretung)
  • Patrick Rosner (Vorsitzender des ÖIJ)

Rückfragen & Kontakt:

Österreichisches Institut für Jugendforschung
Mag. Gert Hufnagl, Geschäftsfürer
Tel: (01) 2147881-17
gert.hufnagl@oeij.at
Web: www.oeij.at

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