• 21.10.2009, 12:03:12
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Buwog-Affäre: Meischberger von Ex-Partner in Einvernahme belastet

Lobbyist Peter Hochegger packte über Informations- und Provisionsflüsse aus

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am
Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass der Lobbyist Peter Hochegger
in seiner Einvernahme vor Staatsanwalt Norbert Haselhofer in der
Causa Buwog schwere Vorwürfe gegen Walter Meischberger erhoben hat.

Hochegger gab zu Protokoll, dass anfangs Meischberger auf ihn
zugekommen wäre, damit Hochegger die Immofinanz beim Vergabeverfahren
beraten würde. Auf Hocheggers Einwand, dass er sich im
Immobilienbereich "nur beschränkt" auskenne habe Meischberger
geantwortet, "dass dies kein Problem sei und er die nötigen
Informationen beschaffen könne", so Hochegger.

Bei der ersten Rechnung habe Hochegger 25 % der Provision
einbehalten. Meischberger sei damit nicht einverstanden gewesen. Bei
einem Treffen im Wiener Hotel Imperial sei daraufhin Meischberger in
Begleitung des Grasser- Vertrauten Ernst Plech erschienen. Zitat:
"Pleich hat wortreich daran mitgewirkt, mich davon zu überzeugen,
dass Meischberger viel Arbeit gehabt hätte." Hochegger habe sich
überzeugen lassen, seinen Anteil auf 20 % zu senken.

Von Meischberger sei zudem die Information gekommen, dass die
Regierung eine Milliarde Euro für die Buwog haben wolle. Nach der
ersten Angebotsrunde, bei der die Immofinanz nur Zweiter wurde, habe
Hochegger von Meischberger erfahren, wie hoch das Angebot des
Bestbieters war. Hochegger habe diese Information mündlich an den
damaligen Immofinanz-Boss Karl Petrikovics weitergeleitet.

Hochegger weiter: "Meischberger machte dann eine erste
Einschätzung, dass das Höchstgebot zwischen 940 bis 960 Millionen
liegen wird. Wie er dazu kam, weiß ich nicht. Meine Empfehlung an
Karl Petrikovics, die ich von Meischberger erhalten habe, war, nicht
unter 960 Millionen Euro, sondern eher in Richtung einer Milliarde zu
bieten".

Petrikovics habe sich versichert, dass die Zahl (960 Millionen)
verlässlich sei.

Das tatsächliche Anbot, dass auch den Zuschlag erhielt, belief
sich dann auf 961 Millionen Euro.

Im Ermittlungsverfahren 611 St 2508, in dem nun auch
Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser als Beschuldigter geführt wird,
können nun auch die Provisionsflüsse über Zypern und die im
US-Bundesstaat Delaware residierende Omega International LLC bis hin
zu einem Konto der Hypo Invest in Liechtenstein minutiös nachverfolgt
werden.

Rückfragehinweis:
Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

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