Buwog-Affäre: Meischberger von Ex-Partner in Einvernahme belastet

Lobbyist Peter Hochegger packte über Informations- und Provisionsflüsse aus

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS berichtet in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe, dass der Lobbyist Peter Hochegger in seiner Einvernahme vor Staatsanwalt Norbert Haselhofer in der Causa Buwog schwere Vorwürfe gegen Walter Meischberger erhoben hat.

Hochegger gab zu Protokoll, dass anfangs Meischberger auf ihn zugekommen wäre, damit Hochegger die Immofinanz beim Vergabeverfahren beraten würde. Auf Hocheggers Einwand, dass er sich im Immobilienbereich "nur beschränkt" auskenne habe Meischberger geantwortet, "dass dies kein Problem sei und er die nötigen Informationen beschaffen könne", so Hochegger.

Bei der ersten Rechnung habe Hochegger 25 % der Provision einbehalten. Meischberger sei damit nicht einverstanden gewesen. Bei einem Treffen im Wiener Hotel Imperial sei daraufhin Meischberger in Begleitung des Grasser- Vertrauten Ernst Plech erschienen. Zitat:
"Pleich hat wortreich daran mitgewirkt, mich davon zu überzeugen, dass Meischberger viel Arbeit gehabt hätte." Hochegger habe sich überzeugen lassen, seinen Anteil auf 20 % zu senken.

Von Meischberger sei zudem die Information gekommen, dass die Regierung eine Milliarde Euro für die Buwog haben wolle. Nach der ersten Angebotsrunde, bei der die Immofinanz nur Zweiter wurde, habe Hochegger von Meischberger erfahren, wie hoch das Angebot des Bestbieters war. Hochegger habe diese Information mündlich an den damaligen Immofinanz-Boss Karl Petrikovics weitergeleitet.

Hochegger weiter: "Meischberger machte dann eine erste Einschätzung, dass das Höchstgebot zwischen 940 bis 960 Millionen liegen wird. Wie er dazu kam, weiß ich nicht. Meine Empfehlung an Karl Petrikovics, die ich von Meischberger erhalten habe, war, nicht unter 960 Millionen Euro, sondern eher in Richtung einer Milliarde zu bieten".

Petrikovics habe sich versichert, dass die Zahl (960 Millionen) verlässlich sei.

Das tatsächliche Anbot, dass auch den Zuschlag erhielt, belief sich dann auf 961 Millionen Euro.

Im Ermittlungsverfahren 611 St 2508, in dem nun auch Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser als Beschuldigter geführt wird, können nun auch die Provisionsflüsse über Zypern und die im US-Bundesstaat Delaware residierende Omega International LLC bis hin zu einem Konto der Hypo Invest in Liechtenstein minutiös nachverfolgt werden.

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