50 Jahre Hans Radl Schule: Eine besondere Schule für besondere Kinder

Volks-, Haupt- und Sonderschule für körperbehinderte Kinder in Wien-Währing wurde 1959 eröffnet - Schule der Zukunft schon seit 50 Jahren verwirklicht

Wien (OTS) - Eine besondere Schule für besondere Kinder feiert 50. Geburtstag: Die "Hans Radl Schule", eine Volks-, Haupt- und Sonderschule für körperbehinderte Kinder in Wien-Währing, wurde vor genau 50 Jahren eröffnet - ein visionäres pädagogisches Projekt, wo die vielbeschworene Schule der Zukunft schon seit Jahrzehnten verwirklicht ist. Morgen, Donnerstag, (22. Oktober) wird unter dem Motto "Fifties 4ever" in einem der wenigen original erhaltenen Wiener Bauten aus den 1950-er-Jahren gefeiert.

Zum Zeitpunkt ihrer Gründung im Jahre 1959 war die "Hans Radl Schule" eine sozio-pädagogische und architektonische Revolution im Schulbau. Neben einer behindertengerechten Innenausstattung und einem riesigen Schulgarten wurde vor allem auf eine umfassende Betreuung der Kinder mit speziellen Bedürfnissen Wert gelegt. Die Schule war damit beispielgebend für viele weitere Schulbauten im In- und Ausland.

Bis heute profitieren Schüler mit und ohne besonderen Bedürfnissen und deren Eltern nicht nur von modernen pädagogischen Konzepten sowie auch von dem großen Angebot des überregionalen Sonderpädagogischen Zentrums. "Dieses Angebot spiegelt sich in unserem Schul-Motto "Mehr als 'einfach' Schule" wider", erklärt die Direktorin der Hauptschule, OSR. Susanne Novacek.

Geboten werden verschiedene Unterrichtsmethoden wie Montessori, Projektunterricht, Offenes Lernen, etc., individuelle Lernprogramme und alternative Beurteilungen nach Volks-, Haupt- und Sonderschullehrplan sowie ganztägige Betreuung. Teamteaching, Unterricht in Kleingruppen, lebenspraktisches Training, Förderung individueller Stärken, Berufsorientierung, etc. gibt es an der "Hans Radl Schule" bereits seit Jahrzehnten.

Zusätzlich zu diesem modernen pädagogischen Konzept kommt die "Hans Radl Schule" den speziellen Bedürfnissen von Schülern und ihren Eltern entgegen. "Während anderswo Eltern mit ihren behinderten Kindern am Nachmittag von einem Arzttermin zur nächsten Therapiesitzung eilen müssen, gibt es bei uns ein umfassendes Angebot unter einem Dach", betont die Direktorin der Volks- und Sonderschule, Ilse Lauteren.

Neben fachärztlicher Beratung durch Schularzt und Facharzt für Orthopädie sowie Betreuung durch Sozialarbeiter, Psychagogen, Sprachheillehrer, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden werden an der Schule ein Schwimmbecken für individuelle Therapien, Snoezelen-Raum, Psychomotorikraum mit Labyrinth, Motopädagogikraum mit Kletterwand, barrierefreie Schulküche und heilpädagogisches Voltigieren geboten. Der große Schulgarten garantiert den größtenteils dem Park zugewandten Klassenzimmern nicht nur ruhigen Unterricht, sondern bietet auch Spielplätze, Ballspielmöglichkeiten und einen Rollstuhlparcours.

Dem Namensgeber der Schule, dem Volksschullehrer Hans Radl (1894-1973), musste nach einer Verwundung im Ersten Weltkrieg ein Unterschenkel amputiert werden. Aufgrund eines Vorschlags Radls wurde durch den damaligen Stadtschulrats-Präsidenten Otto Glöckel eine, wie sie damals genannt wurde, "Krüppelschule" im Orthopädischen Spital eingerichtet, wo Radl zunächst Lehrer und ab 1923 erster Leiter war. "Die wichtigste Aufgabe der Krüppelfürsorge und damit auch der Krüppelschule ist es, die Zöglinge, wenn nicht ganz, so doch wenigstens teilweise erwerbsfähig zu machen" formulierte Radl damals das Ziel und träumte bereits von einer "Tagesheim-Sonderschule für verkrüppelte Kinder".

Realisiert wurde diese 1926 in der Kauergasse in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus, Radl wurde Direktor und leistete dort Pionierarbeit. So blieben die Schüler bis 16 Uhr in der Schule, damit neben dem Unterricht auch genügend Zeit für die therapeutische Betreuung blieb. Bis zu den 1950er-Jahren wurden zwei weitere Schulen für körperbehinderte Kinder sowie Spitals- und Heimstättenschulen eingerichtet. Allerdings handelte es sich dabei um normale Schulgebäude, die kaum für die speziellen Ansprüche von körperbehinderten Kindern adaptiert waren.

So reifte der Plan, auf dem Grundstück des im Krieg schwer beschädigten Czartoryskischlössels in der Währinger Straße eine neue Schule für körperbehinderte Kinder nach den modernsten Grundsätzen zu errichten. Schließlich wurde nach den Plänen von Architekt Viktor Adler eine Schule mit zweckmäßig angelegten Klassenzimmern und Tagräumen, einem eigenen Trakt für Unterwasser- und Bewegungstherapie, Aufzügen für Rollstuhlfahrer, Ärztezimmern und anderen speziellen Einrichtungen gebaut und am 17. Oktober 1959 eröffnet. Zum 30-jährigen Bestehen, also 1989, wurde die Schule nach Hans Radl benannt.

Das 50-jährige Bestehen der "Hans Radl Schule" wird am 22. Oktober ab 17.00 Uhr unter dem Motto "Fifties 4ever" von Lehrern, Schülern, Eltern und Freunden der Schule - möglichst im Outfit der 50er-Jahre -gefeiert. Neben Oldtimern, Wurlitzer und Raritäten aus der Nostalgiewelt Eggenburg, einem Tanzvorführungen und vielen anderen Attraktionen geigt ab 19.00 Uhr Roland Neuwirth auf, dessen Mutter schon an dieser Schule unterrichtete.

Journalisten sind bei der Feier herzlich willkommen.

Rückfragen & Kontakt:

SDn Ilse LAUTEREN: 0699/11400737
OSR. SDn Susanne NOVACEK : 0664/1016961
e-mail direktion@hansradlschule.at
http://www.hansradlschule.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0005