• 20.10.2009, 08:45:43
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VIER PFOTEN zur undifferenzierten EU Subvention: Protestieren müssten jetzt eigentlich die Kühe

Wien (OTS) - Anlässlich der Zusage der Europäischen Kommission
über 280 Mio für Europas Milchbauern weist die internationale
Tierschutzorganisation VIER PFOTEN auf die undifferenzierten
Agrarsubventionen der EU hin. Es gibt praktisch keine Förderungen für
tierfreundlichere Haltungsformen. Die größten Massentierhalter
bekommen die höchsten Subventionen und drücken damit auch die Preise
in den Keller. Und irgendwo zwischen Bauern und Konsumenten bleibt
auch ein großer Teil der Preisspanne auf der Strecke. Daher sind auch
Verarbeiter und Handel gefordert, gemeinsam mit
Tierschutzorganisationen tierfreundliche Richtlinien vorzugeben und
diese entsprechend zu honorieren.

An vielen tierschutzwidrigen Zuständen wie Daueranbindehaltung,
Hochleistungszüchtung, schmerzhafte Enthornung, Spaltenböden,
Platzmangel und daraus resultierenden Erkrankungen und
Verhaltensstörungen hat sich weder gesetzlich noch praktisch kaum
etwas geändert.Viele Milchproduzenten sehen sich mangels Kontrollen
und Sanktionen aber nicht einmal an die Einhaltung der unzulänglichen
Gesetze gebunden.

Ein Beispiel: eine EU-Richtlinie von 1998 verbietet Anbindehaltung
von Kälbern. Diese sind aber immer noch sehr oft angekettet oder
isoliert in Einzelboxen, und schreien herzzerreißend nach ihren
Müttern.

Die Grundproblematik der Milchproduktion ist nämlich, dass die
Kälber sofort nach der Geburt von ihren Müttern getrennt werden. Ein
absolutes Trauma für Kuh und Kalb. Die Kälber bekommen
"Milchaustauscher" aus dem Chemielabor und finden sich oft nach
wenigen Wochen in den berüchtigten Langstreckentiertransporten
wieder, in denen sie sogar fast verdursten, weil sie die
Tränkeeinrichtungen noch nicht bedienen können. Zudem werden Kühe
ständig künstlich befruchtet (oft mit hormoneller Unterstützung) und
müssen jährlich kalben, um die einerseits erwünschte, andererseits
zum Preisverfall führende Überproduktion zu leisten, die außerdem nur
durch selektive Hochleistungszucht und Kraftfutter aus der dritten
Welt aufrecht erhalten werden kann.

"Wenn Kühe schon auf maximale Milchleistung getrimmt werden, muss
auch für das eigene Kalb etwas übrig bleiben", so VIER PFOTEN-
Geschäftsführerin Johanna Stadler-Wolffersgrün. "Es muss endlich eine
naturnahe, tierfreundliche Freilandhaltung angestrebt werden, bei der
das Kalb bei der Mutter trinken darf und nur der Überschuss an die
Molkerei geht. Damit wäre auch die Überproduktion automatisch in den
Griff zu bekommen. Besonders kleinbäuerliche Betriebe die in eine
artgerechtere Tierhaltung investieren, müssen gefördert werden."

Dass Kuhmilch aber für Menschen (besonders Erwachsene) ohnehin
nicht optimal geeignet ist, zeigt sich immer häufiger in
Zivilisationskrankheiten wie Laktoseintoleranz oder Osteoporose, da
dem Körper mehr Kalzium entzogen als zugeführt wird, was die
Milchwerbung geflissentlich verschweigt. Und dass
Rindfleischproduktion durch die hohe Methangasausscheidung extrem
klimaschädlich ist, findet man bereits in sämtlichen Studien. Dass
aber Milchproduktion damit untrennbar verbunden ist, wird dabei oft
gern vergessen.

Rückfragehinweis:
Johanna Stadler-Wolffersgrün
Geschäftsführung
Tel:0664 122 1051

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