• 19.10.2009, 11:40:41
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"Österreich selbst ist nichts als eine Bühne"

Thomas Bernhard und das Theater

Wien (OTS) -

Österreichisches Theatermuseum, 5. November 2009 bis 4. Juli 2010
Pressekonferenz am Mittwoch, dem 4. November 2009 um 9.30 Uhr
im Österreichischen Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, Wien I

Die Ausstellung bietet im Jahr der 20. Wiederkehr des Todestages
von Thomas Bernhard einen umfangreichen Einblick in dessen
Theaterschaffen, wobei die Konzentration auf den beiden
österreichischen Uraufführungsorten seiner Stücke liegt: Salzburg und
Wien. Anhand von fünf in diesen Städten erstmals aufgeführten Dramen
werden zentrale Aspekte der Theaterarbeit Bernhards beleuchtet.

Im Mittelpunkt steht die Entstehungsgeschichte von Der Ignorant
und der Wahnsinnige (1972), Die Macht der Gewohnheit (1974), Der
Theatermacher (1985), Ritter, Dene, Voss (1986) und Heldenplatz
(1988). Es geht in diesen Werken um Kunst und Künstlertum in einer
kunstfeindlichen Zeit, um das vergebliche Ringen um Perfektion und
Beherrschung, es geht um Macht und Besessenheit. Und es geht immer
wieder um Österreich: um die nationalsozialistische Vergangenheit und
ihr Weiterwirken, aber auch um den aktuellen Zustand des Staates und
seiner Protagonisten.

Anhand zahlreicher Dokumente aus Bernhards Nachlass,
Entwurfszeichnungen und Szenenfotos wird eine der ungewöhnlichsten
Karrieren der österreichischen Literatur- und Theatergeschichte
nachgezeichnet - zwischen spektakulären Bühnentriumphen und viel
diskutierten Skandalen. Dabei wird auch der Anteil der wichtigsten
Theaterkünstler an dieser Erfolgsgeschichte sichtbar: die Rolle von
Claus Peymann als Regisseur und von Karl-Ernst Herrmann als
Bühnenbildner, die Bedeutung von Schauspielern wie Bernhard Minetti,
Traugott Buhre, Marianne Hoppe, Kirsten Dene, Bruno Ganz, Wolfgang
Gasser, Martin Schwab, Gert Voss usf.

Darüber hinaus macht die Ausstellung deutlich, welche
Realitätsbereiche in diesen Dramen auf spannungsvolle Weise
miteinander in Beziehung gesetzt werden: die Welt des Zirkus, des
Theaters, der Musik, aber auch die großbürgerliche Gesellschaft Wiens
und die österreichische Politik und Zeitgeschichte - Bernhards
letztes Stück Heldenplatz steht für einen der größten Theaterskandale
dieses Landes, dessen mediale und politische Inszenierung ausführlich
dargestellt wird.

Die Schau wurde von Manfred Mittermayer und Martin Huber
kuratiert, von Peter Karlhuber gestaltet und in Kooperation mit dem
Thomas-Bernhard-Archiv und der Thomas Bernhard Privatstiftung
konzipiert.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

Rückfragehinweis:

Andreas Kugler
   Öffentlichkeitsarbeit und Direktionsassistenz
   Tel.: ( +43 1 ) 525 24- 5315
   Fax: ( +43 1 ) 525 24- 5399
   mailto:[email protected] 
   www.theatermuseum.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KHM

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