• 19.10.2009, 09:47:27
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Hut ab vor Eco Business-Chef Friedrich Scheck - von Herbert Geyer

Sein Beispiel sollte in Österreich Schule machen

Wien (OTS) - Das ist wirklich flott gegangen: In seiner Freitag-
Ausgabe berichtete das WirtschaftsBlatt unter der Schlagzeile "Zores
von der Ukraine bis nach Graz" über eine Serie von Flops des
Immobilien-Unternehmens Eco Business: "Der Bürobau in der Ukraine
verzögert sich, das Euroshopping Center Graz ist halb leer, und in
Brunn am Gebirge zieht sich Hauptmieter Cosmos zurück."

Die Druckerschwärze auf dem Artikel war noch kaum trocken, da
tickerte bereits die Reaktion des Firmenchefs über die APA: Eco
Business-CEO Friedrich Scheck kündigte in den frühen Morgenstunden
seinen Rückzug per Jahresende an. Für ihn sei es nun Zeit, "neue
Herausforderungen anzunehmen, denen ich mich als selbstständiger
Wirtschaftsprüfer und Immobilienunternehmer stellen werde", so
Scheck.

Der Schritt ist umso bemerkenswerter, als der
WirtschaftsBlatt-Artikel keinen einzigen Vorwurf gegen den Firmenchef
persönlich enthielt. Er selbst hatte dort Stellung genommen: "Das ist
eine generelle Marktentwicklung, Einzelhandelsmieter sparen und
verkleinern Flächen. Dem können auch wir uns nicht entziehen, aber
Finanzierungen und Liquidität sind in ausreichendem Umfang
gesichert."

Bemerkenswert also, dass hier ein Chef seinen Abschied nimmt, weil er
offenbar den Eindruck hat, dass er für sein Unternehmen nicht mehr in
ausreichendem Maß nützlich sein kann.

Bemerkenswert vor allem, wenn man sieht, dass andere Firmenchefs sich
noch an ihre Sessel klammern, wenn bereits der Staatsanwalt an die
Tür klopft oder zumindest evident ist, dass ihre Strategie
gescheitert ist.

Ob etwa ÖBB-Chef Peter Klugar von der bekannten Krankenakten-Affäre
gewusst hat, ist bloß eine Fußnote zu seiner Amtsführung. Essenziell
ist hingegen, dass er das einzige Geschäftsziel, das jährliche
Milliardenzuschüsse an die ÖBB rechtfertigen könnte, nicht erreichen
kann: Trotz jährlichen Investitionen, deren Volumen die Umsätze der
ÖBB deutlich übersteigt, wird nicht Verkehr von der Straße auf die
Schiene verlagert, sondern genau umgekehrt.

Essenziell gescheitert ist auch das noch verbliebene
Flughafen-Management, auch wenn die interne Geschäftsaufteilung den
bereits abgegangenen Christian Domany zum einzigen Sündenbock
stempelt. Nach den Standards, die Eco Business-Chef Scheck gesetzt
hat, müsste in Schwechat längst ein anderes Team mit dem Aufräumen
begonnen haben.

Und nach Scheck-Kriterien hätte auch Peter Michaelis längst sein Büro
in der ÖIAG geräumt. Das Beispiel des Eco Business-Mannes sollte
Schule machen.

Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Tel.: Redaktionstel.: (01) 60 117/305
http://www.wirtschaftsblatt.at

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