- 16.10.2009, 09:21:05
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"Finanzcrash und Osteuropa"-Diskussion im ORF Radiokulturhaus
Wien (OTS) - 1989 - Von der Ostöffnung zum Finanzcrash - 2009 - 20
Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs stoppt die internationale
Finanz- und Wirtschaftskrise jäh den wirtschaftlichen Höhenflug der
neuen EU-Mitglieder. Der selbst betroffene "Westen" reagiert mit
Kapitalabzug aus dem "Osten", internationale Banken vergeben
Investitionskredite nur noch mit Vorsicht.
Auch wenn die Europäische Union ihren Mitgliedern mit
Milliardenkrediten unter die Arme greift, ist die Krise in den
CEE-Staaten weiterhin virulent. Westfirmen ziehen ihre Produktion ab,
um die Flaute zuhause abzuwenden. Gleichzeitig sind viele der mittel-
und osteuropäischen ArbeitsmigrantInnen auf dem Weg zurück in die
Heimat, weil der Wirtschaftseinbruch in Großbritannien, Spanien oder
Deutschland dramatisch ist. In Tschechien, wo 2008 noch fast
Vollbeschäftigung herrschte, könnte die Arbeitslosigkeit noch heuer
auf 12 Prozent ansteigen. Demonstrationen und Rücktrittsforderungen
gegen die Regierenden machen Schlagzeilen, die soziale Unsicherheit
schürt den Hass auf ethnische Minderheiten, rechtsradikale Parteien
verzeichnen in fast allen neuen EU-Ländern Zuwächse. Die
Wirtschaftskrise stellt die noch jungen Demokratien auf eine harte
Probe.
Welche gesellschaftlichen Folgen zieht die Krise nun nach sich?
Welche gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen scheinen
geeignet, die aufkeimenden Unruhen abzuwenden? Was kann die EU dazu
beitragen, um den nötigen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern,
um die Radikalisierung und die Stimmungsmache gegen Minderheiten
einzudämmen, um das politische System für Krisenzeiten zu festigen?
Zu diesen und anderen Fragen diskutieren am kommenden Montag
unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Anton Pelinka unter
anderem Antal Örkény (Sozialwissenschaftler an der Eötvös Loránd
Universität Budapest) und Tomás Sedlácek (Makroökonomischer
Chefstratege der CSOB Bank, Prag).
o Zeit: Montag, 19. Oktober, 19.00 Uhr o Ort: ORF Radiokulturhaus - Großer Sendersaal 4., Argentinierstraße 30a (U1 Taubstummengasse)
Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Sprache
statt. Eintritt frei. (Schluss) red
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