VP-Praniess-Kastner: Barrierefreiheit in Wien leider noch nicht Standard

VP fordert am "Tag des weißen Stocks" eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung

Wien (OTS) - "Für Barrierefreiheit muss deutlich mehr getan
werden. Es fehlt in vielen Einrichtungen der Stadt Wien nach wie vor das Verständnis für die Dringlichkeit zum Abbau von Barrieren im öffentlichen Raum", betont die Sprecherin der ÖVP Wien für behinderte Menschen, LAbg. Karin Praniess-Kastner in Zusammenhang mit dem heutigen "Tag des weißen Stocks".

Als Begründerin der Initiative für ein "barrierefreies Wien" (www.barrierefreies-wien.at) freue sie sich natürlich über jeden Schritt der dazu beiträgt, Hürden jeglicher Art abzubauen, betont die VP-Mandatarin. "Mir geht es darum, das Thema Barrierefreiheit auch außerhalb des Kontextes Behinderung zu forcieren. Egal ob es um die Beseitigung überholter Gesetzesbestimmungen oder konkret um den Bau von Rampen vor Stiegenhäusern geht, mir ist es wichtig zu zeigen, dass letztendlich ALLE Menschen von Barrierefreiheit profitieren."

Wien fehlt Gesamtkonzept für Barrierefreiheit

Was in Wien nach wie vor fehle, sei ein Gesamtkonzept, das sowohl Zeitplan als auch Budgetierung der noch notwendigen Umsetzungsmaßnahmen enthalte. Derzeit sei es so, dass die Bezirke die Umbaumaßnahmen aus dem regulären Bezirksbudget bestreiten müssen. "Wir haben bereits mehrfach gefordert, dass die Stadt Wien den Bezirken über ein Sonderbudget beim zügigen Abbau von Barrieren hilft, die SP-Finanzstadträtin konnte sich bis dato aber leider nicht dazu entschließen, dieses Anliegen zu unterstützen. Ich bedaure diese Entscheidung, denn es wäre ein sehr deutliches Signal für moderne Stadtgestaltung und letztendlich auch dafür gewesen, dass die Stadtregierung die Sorgen der Bürger/innen ernst nimmt", betont Praniess-Kastner.

Ein Stufenplan für eine barrierefreie Stadt sollte auf alle Fälle auf folgende Grundbedingungen abzielen:

1. "Schau genau" - Barrieren sichtbar machen

Wer Wien barrierefrei machen will, muss mit offenen Augen durch die Stadt gehen, um die zahlreichen alltäglichen Hindernisse zu erkennen und als solche auch zu benennen.

2. "Denk dran" - Barrierefreiheit in den Köpfen und in den gesetzlichen Bestimmungen verankern

Barrierefreiheit sollte bei Neubauten im 21. Jahrhundert eine Selbstverständlichkeit sein, könnte man meinen, doch weit gefehlt! Es kommt nicht selten vor, dass sogar neu errichtete Gebäude, die eigentlich aufgrund der Bestimmungen in der Wiener Bauordnung von Beginn an barrierefrei geplant sein sollten, hohe Stufen aufweisen oder dass für Rollstuhlfahrer/innen keine Rampe zur Eingangstür führt.

3. "Mach was" - Abbau von Barrieren ohne wenn und aber

Der nachträgliche Umbau von noch nicht barrierefreien Einrichtungen und Gebäuden kostet Zeit und Geld. Geld, das die Stadt Wien den Bezirken zur Verfügung stellen muss - und zwar zusätzlich mittels Sonderbudget, denn Barrierefreiheit muss uns allen ein Anliegen sein.

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