Sima: "Wertvolle Sammlung" - aus Alt mach Neu

Neue Kampagne der MA 48 und der ARA zur Intensivierung der Mülltrennung

Wien (OTS) - Eine "wertvolle Sammlung" sind jene 350.000 Tonnen Altstoffe, die die Wienerinnen und Wiener jährlich sammeln. Sie werden wiederverwertet, schonen damit Ressourcen, tragen zum Klimaschutz bei, reduzieren die Restmüllmengen und damit auch Kosten. Gemeinsam mit der Altstoff Recycling Austria AG (ARA) startet die MA 48 nun eine neue Kampagne, um die Wiener Bevölkerung noch intensiver auf die Wichtigkeit der Mülltrennung - die neben der Abfallvermeidung und der umweltgerechten Entsorgung die tragende Säule des Wiener Abfallwirtschaftskonzepts ist - zu informieren. In 16-Bogen-Plakaten, Citylights, Printinseraten und Hörfunkspots - gesprochen von Kabarettist Alfred Dorfer - werden Altstoffe als "museale" Gegenstände" dargestellt, die aus vielen Gründen eine "wertvolle Sammlung" sind.****

"Die getrennte Müll-Sammlung in Wien ist eine Erfolgsgeschichte, die gesammelte Menge an Altstoffen steigt jährlich, die Umweltvorteile liegen auf der Hand. Auch die finanziellen Vorteile durch Reduktion des Restmülllvolumens sind zu beachten. Mit der neuen Kampagne wollen wir jene erreichen, die bislang noch nicht von der Sinnhaftigkeit des Trennens überzeugt werden konnten", so Sima bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit ARA-Vorstand Christoph Scharff und Josef Thon, Leiter der MA 48 im Wien Museum. "Altstoffe wie Papier, Plastikflaschen, Glas, Metall oder biogene Abfälle sind wichtige Rohstoffe, die im Restmüll nichts zu suchen haben. Die umweltgerechte Entsorgung über die Sammelbehälter der MA 48 garantiert die stoffliche Verwertung und liefert einen wichtigen Beitrag zur CO2-Einsparung und somit zum Klimaschutz", so Josef Thon.

"Auch nach 16 Jahren getrennter Verpackungssammlung im ARA System gibt es immer noch Verbesserungspotenzial. Bei der Papiersammlung liegt Wien im Bundesländervergleich mit jährlich 79 kg pro Kopf bereits an dritter Stelle. Jetzt wünschen wir uns, dass die Wienerinnen und Wiener auch beim Sammeln von Plastikflaschen, Dosen und Glas an die Spitze kommen. Die Kampagne richtet ihr Hauptaugenmerk daher genau auf jene Verpackungen, bei denen es noch Verbesserungspotenzial gibt", so Scharff.

Altglas - Plastik - Metalle: Aus Alt mach Neu

Die umweltgerechte Entsorgung der Altstoffe wird den WienerInnen leicht gemacht, die MA 48 betreut in Summe rund 400.000 Behälter (Restmüll und Altstoffe), insgesamt 197.000 Sammelbehälter allein für die getrennte Sammlung von Altstoffen auf Liegenschaften und mehr als 6.000 öffentlichen Sammelstellen. Daneben stehen 19 Wiener Mistplätze und die Problemstoffsammelstellen im Dienste der umweltgerechten Mülltrennung zur nachfolgenden Verwertung. Im Zentrum der neuen Kampagne der MA 48 und der ARA stehen die Altstoffe Glas, Plastik und Metall.

Für Bunt- und Weissglas stehen in Wien über 7.600 Altglasbehälter zur Sammlung zur Verfügung, jährlich werden in Wien ca. 25.000 Tonnen an Altglas gesammelt. Das Altglas wird in Glasfabriken zur Produktion von neuen Flaschen eingesetzt. Dadurch können wertvolle Rohstoffe eingespart werden. Zur Wiederverwertung eignet sich aufgrund seiner Materialeigenschaften nur Verpackungsglas, keinesfalls aber Spiegel, Draht-, Fensterglas oder Glühbirnen (z.B. aufgrund des unterschiedlichen Schmelzverhaltens).In Österreich werden durch das Altglasrecycling jährlich ca. 250.000 Tonnen an Primärrohstoffen - Quarzsand, Kalkstein, Dolomit und Soda -eingespart.

An Altmetallen werden in Wien jährlich mehr als 15.000 Tonnen gesammelt. Aus dieser Menge könnte man ca. 65 Wiener Riesenräder bzw. 1,6 Mio. Fahrräder herstellen. Zum Wiederaufschmelzen von Aluminium als Sekundärrohstoff verbraucht man nur etwa 5 % der Energie, die man zur Herstellung der gleichen Menge Hüttenmaterials zur Produktion von neuen Metallprodukten benötigt. Die gesammelten Metallabfälle werden zuerst durch Magnetabscheidung und maschinelle Sortierung in verschiedene Metallfraktionen getrennt und von Stör- und Fremdstoffen befreit. Eisenmetalle werden als Schrott zusammen mit anderen Schrottsorten und Roheisen in Stahlwerken zur Stahlproduktion verwendet. Endprodukte sind beispielsweise Eisenbahn- und Kfz-Bauteile, Waschmaschinengehäuse oder Armierungsstahl (wird zur Bewehrung von Stahlbetonbauwerken verwendet) Aluminiumverpackungen können zur Produktion von hochwertigen Gussteilen eingesetzt werden. In Wien stehen 5.711 Behälter für die Altmetallsammlung zur Verfügung.

Kunststoffflaschen werden in Wien jährlich über 5.500 Tonnen gesammelt. Für die Produktion von 1 Tonne PET-Flaschen benötigt man 1,9 Tonnen Erdöl. Durch die Verwertung von PET-Flaschen werden durch die WienerInnen daher jährlich fast 10.000 Tonnen an Erdöl eingespart. Die Kunststoffflaschen gelangen zunächst in das 48er-Zelt - die Abfallbehandlungsanlage -, werden dort von Störstoffen befreit und nach Material sortiert. Die PET-Flaschen werden mittels Nahinfrarot in die Farben klar, blau und grün getrennt. Das Endprodukt wird an Verwerter übergeben. Durch den Einsatz neuer technischer Verfahren ist es trotz der hohen hygienischen Anforderungen möglich, aus recycelten Materialien Produkte für den Lebensmittelbereich herzustellen. So können aus alten Getränkeflaschen neue Getränkeflaschen produziert werden ("bottle to bottle"). Weitere Recyclingprodukte sind Fasern für den Textilbereich oder zur Wärmedämmung, Kunststoffgebinde und vieles mehr. "Natürlich soll bei all den Verwendungsmöglichkeiten der PET-Flaschen dennoch den Mehrwegflaschen der Vorzug gegeben werden, wenngleich diese eine seltene Spezies in den Regalen geworden sind" so Sima.

Umweltvorteile des Mülltrennens liegen klar auf der Hand

Die Stadt Wien setzt seit vielen Jahren auf Bewusstseinsbildung in Sachen Müllvermeidung - und Mülltrennung, vor allem auch in der Kinder- und Jugendbildung haben diese Aspekte besonderen Stellenwert und werden künftig weiter verstärkt. Die Mülltrennung bietet eine Vielzahl von Vorteilen:

o Ressourcenschutz: Durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen, die aus der Verwertung der Altstoffe gewonnen werden, wird der Abbau von Rohstoffen reduziert. o Energieeinsparung: Durch die Verwendung der Sekundärrohstoffe wird bedeutend weniger Energie benötigt als bei der Produktion mit Primärrohstoffen o Reduktion von Restmüll: Durch die getrennte Sammlung von Altstoffen, landet in Wien beispielsweise um ca. 40 % weniger Abfall in den Restmüll. o Kostenreduktion: Die Reduktion von Restmüll bringt Vorteile für jeden Einzelnen: Da die Restmüllgebühr volumenabhängig ist, entstehen geringere Kosten für den Liegenschaftseigentümer und somit für die Mieter von großen Wohnhausanlagen.

Verschleiß von Anlagenteilen der Müllverbrennungsanlagen: Manche Abfallstoffe verursachen - bei unsachgemäßer Entsorgung - Probleme bei der Abfallbehandlung. Bestes Beispiel hierfür sind Aluminiumabfälle. Sie gelangen unsachgemäßer Entsorgung über den Restmüllbehälter in die Verbrennungsanlagen und führen auf Dauer zu Rostschäden aufgrund von stark exothermen chemischen Reaktionen. Anlagenstillstände und Reparaturarbeiten sind die Folge.

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(Schluss) vor

Achtung: Zu dieser Meldung ist demnächst eine weitere Bildberichterstattung geplant. In einer OTS-Aussendung wird auf die online-Abrufbarkeit noch hingewiesen.

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