- 15.10.2009, 10:00:56
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GLOBAL 2000-Studie beweist: Schnuller geben hormonell wirksames Bisphenol A ab!
Umweltschutzorganisation liefert letztes Indiz für die Gefährdung von Säuglingen - BM Stöger muss Verbot verhängen
Wien (OTS) - Neue Tests der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
liefern den Beweis: Babyschnuller, die Bisphenol A enthalten, geben
bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die hormonell wirksame Chemikalie ab.
"Die Behauptung, dass von BPA-haltigen Schnullern keine Gefährdung
für Säuglinge und Kleinkinder ausgeht, ist mit dem heutigen Tag
definitiv nicht mehr haltbar", stellt Dr. Helmut Burtscher,
Biochemiker der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 klar. Fünf von
sechs untersuchten Schnullerfabrikaten (vier Latex-Saugteile und ein
Silikon- Saugteil) gaben unter normierten Versuchsbedingungen bereits
nach einer Stunde Bisphenol A in Mengen zwischen 1 und 10 Mikrogramm
pro Liter in eine speichelähnliche Salzlösung ab. Lediglich aus dem
als "BPA-free" beworbenen Schnuller des Herstellers MAM entwichen
keine nachweisbaren Mengen BPA. Das von den Herstellern empfohlene
Auskochen der Schnuller führte in den Versuchen zu einer Erhöhung der
BPA-Werte um ein Vielfaches.
Das Gesundheitsministerium betonte bislang, nicht die BPA-Gehalte in
den Schnullern wären entscheidend, sondern ob das BPA real auch
tatsächlich freigesetzt werde. "Unsere Versuche zeigen, dass schon
ein kurzer Kontakt dieser Schnuller mit speichelähnlicher Flüssigkeit
zur Freisetzung relevanter Mengen dieser hormonell wirksamen
Chemikalie führt", stellt Burtscher klar.
Wesentliche Faktoren im realen Gebrauch des Schnullers konnten in der
Untersuchung noch nicht berücksichtigt werden. Dazu gehören die
physikalische Beanspruchung des Schnullers durch das Nuckeln, sowie
mögliche Bearbeitung oder Beschädigung durch die Zähne,
Materialermüdung durch Alterung.
Andreas Lischka, Vorstand der Kinderklinik Glanzing, sieht durch die
vorgelegten Untersuchungsergebnisse dringenden Handlungsbedarf. "Aus
unserer klinischen Erfahrung mit Neugeborenen und Frühgeborenen
wissen wir, dass Xenohormone, wie BPA gerade für Säuglinge besonders
kritisch sind. Ihre Fähigkeit, Schadstoffe abzubauen, ist noch nicht
ausgereift während gleichzeitig besonders störanfällige
Entwicklungsprozesse im kindlichen Organismus ablaufen. Wir müssen
daher jede vermeidbare Eintragsquelle für diese künstlichen Hormone
beseitigen".
Die UmweltschützerInnen von GLOBAL 2000 fordern von
Gesundheitsminister Stöger umgehend ein generelles Verbot von
Bisphenol A in Schnullern und Babyartikeln durchzusetzen. "Von
Babyschnullern darf keine Gefahr für Kinder und Säuglinge ausgehen",
so Burtscher.
Die Testergebnisse und weitere Informationen finden Sie unter
www.global2000.at
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Jens Karg
Tel.: +43 699 1 42000 20
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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