GLOBAL 2000-Studie beweist: Schnuller geben hormonell wirksames Bisphenol A ab!

Umweltschutzorganisation liefert letztes Indiz für die Gefährdung von Säuglingen - BM Stöger muss Verbot verhängen

Wien (OTS) - Neue Tests der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 liefern den Beweis: Babyschnuller, die Bisphenol A enthalten, geben bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die hormonell wirksame Chemikalie ab. "Die Behauptung, dass von BPA-haltigen Schnullern keine Gefährdung für Säuglinge und Kleinkinder ausgeht, ist mit dem heutigen Tag definitiv nicht mehr haltbar", stellt Dr. Helmut Burtscher, Biochemiker der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 klar. Fünf von sechs untersuchten Schnullerfabrikaten (vier Latex-Saugteile und ein Silikon- Saugteil) gaben unter normierten Versuchsbedingungen bereits nach einer Stunde Bisphenol A in Mengen zwischen 1 und 10 Mikrogramm pro Liter in eine speichelähnliche Salzlösung ab. Lediglich aus dem als "BPA-free" beworbenen Schnuller des Herstellers MAM entwichen keine nachweisbaren Mengen BPA. Das von den Herstellern empfohlene Auskochen der Schnuller führte in den Versuchen zu einer Erhöhung der BPA-Werte um ein Vielfaches.

Das Gesundheitsministerium betonte bislang, nicht die BPA-Gehalte in den Schnullern wären entscheidend, sondern ob das BPA real auch tatsächlich freigesetzt werde. "Unsere Versuche zeigen, dass schon ein kurzer Kontakt dieser Schnuller mit speichelähnlicher Flüssigkeit zur Freisetzung relevanter Mengen dieser hormonell wirksamen Chemikalie führt", stellt Burtscher klar.
Wesentliche Faktoren im realen Gebrauch des Schnullers konnten in der Untersuchung noch nicht berücksichtigt werden. Dazu gehören die physikalische Beanspruchung des Schnullers durch das Nuckeln, sowie mögliche Bearbeitung oder Beschädigung durch die Zähne, Materialermüdung durch Alterung.

Andreas Lischka, Vorstand der Kinderklinik Glanzing, sieht durch die vorgelegten Untersuchungsergebnisse dringenden Handlungsbedarf. "Aus unserer klinischen Erfahrung mit Neugeborenen und Frühgeborenen wissen wir, dass Xenohormone, wie BPA gerade für Säuglinge besonders kritisch sind. Ihre Fähigkeit, Schadstoffe abzubauen, ist noch nicht ausgereift während gleichzeitig besonders störanfällige Entwicklungsprozesse im kindlichen Organismus ablaufen. Wir müssen daher jede vermeidbare Eintragsquelle für diese künstlichen Hormone beseitigen".

Die UmweltschützerInnen von GLOBAL 2000 fordern von Gesundheitsminister Stöger umgehend ein generelles Verbot von Bisphenol A in Schnullern und Babyartikeln durchzusetzen. "Von Babyschnullern darf keine Gefahr für Kinder und Säuglinge ausgehen", so Burtscher.

Die Testergebnisse und weitere Informationen finden Sie unter www.global2000.at

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