- 12.10.2009, 11:54:12
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Mölzer: Türkei betrachtet sich als Vormacht der Turkvölker
Angeblich angestrebte Normalisierung der Beziehungen zu Armenien dient nur dem Zweck, dem Aserbaidschan im Berg-Karabach-Konflikt Schützenhilfe zu leisten
Wien (OTS) - Die Unterzeichnung von zwei Protokollen zur
Normalisierung der Beziehungen zu Armenien dürften keinesfalls zu
beschleunigten Beitrittsverhandlungen mit der Türkei führen, sagte
heute der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen Parlament,
Andreas Mölzer. "Wenn nun Premier Erdogan erklärt, die Türkei werde
sich nicht auf Armenien zubewegen, solange Armenien nicht seine
Truppen aus Berg-Karabach abzieht, dann ist das eine Erpressung. Denn
der Barg-Karabach-Konflikt ist als ein bilateraler von Armenien und
Aserbaidschan ohne Einmischung der Türkei zu lösen", betonte Mölzer,
der auch Mitglied des außenpolitischen Ausschusses des Europäischen
Parlaments ist.
Mit ihrer Haltung, so der freiheitliche EU-Mandatar, stellten die
Türken unter Beweis, dass sie nicht an einer Normalisierung der
Beziehungen zu Armenien interessiert seien, sondern nur dem
aserischen Brudervolk Schützenhilfe leisten wollten: "Die Türkei
bringt damit zum Ausdruck, dass sie sich als Vormacht der Turkvölker
betrachtet. Und dieses Vorgehen ist alles andere als europäisch:
Wollte nämlich die Türkei ihre europäische Gesinnung unter Beweis
stellen, dann müsste sie ihr Verhältnis zu Armenien ohne
Hintergedanken normalisieren und sich natürlich auch den dunklen
Seiten der Geschichte wie dem Völkermord an den Armeniern gegen Ende
des Ersten Weltkriegs stellen", hob Mölzer hervor.
Daher sei die angeblich angestrebte Verbesserung der Beziehungen zu
Eriwan durch Ankara nur ein weiterer Beleg für die fehlende
Europa-Tauglichkeit der Türkei, weshalb die Beitrittsverhandlungen
mit dem kleinasiatischen Land unverzüglich abzubrechen sind, schloss
der freiheitliche EU-Mandatar.
Rückfragehinweis:
FPÖ
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