• 12.10.2009, 09:41:24
  • /
  • OTS0037 OTW0037

Spiel mit Perspektiven: "Tag" bringt mit "Rashomon" soliden Krimi

Wien (OTS) - Die Bühne ist ein weißes Quadrat. Im leicht
abschüssigen Mittelpunkt dreht sich langsam ein Kanaldeckel. Vier
Ecken mit gleichen Längen, vier Aussagen mit je vier verschiedenen
Sichtweisen: Für "Rashomon - Was wirklich wahr", welches am Samstag
Abend im "Tag" seine Premiere feierte, die ideale Bühne, um das 1,5
stündige Spiel unterschiedlicher Wahrnehmung spannungsvoll zu
inszenieren. Die Adaption von Akira Kurosawas Oscar prämierten
Spielfilm aus dem Jahr 1950 handelt vom Mord an Günther Tiefenbach
(Georg Schubert), der von Beruf Polizist ist und im Garten seines
Hauses erschossen wird. War es der plötzlich auftauchende
Kleinkriminelle (Horst Heiß) mit seiner Autopanne und dem
Schmuckkoffer? War es Selbstmord? Seine Frau Suzie (Maya Henselek),
die es satt hat, noch länger mit ihrem selbstzufriedenen Mann durchs
Leben zu gehen? Oder der scheinbar unbescholtene Zeuge Franz Deibl
(Julian Loidl), der gar nicht zufällig Luft schnappen ging und dabei
den Toten entdeckte?

Die spärlichen Requisiten, zwei Dosen Bier, ein kleines gelbes
Frotteehandtuch, ein Campingstuhl, ein Schmuckkoffer und natürlich
die Dienstwaffe des Polizisten, reichen, unterstützt durch eine
dirigierende Beleuchtung, aus, um dem Publikum, trotz geringer
Bühnenfläche, die vier Einzelszenen glaubhaft zu schildern. "Spiel
mit Perspektiven" nennt sich das Motto des aktuellen Spielplans des
Tag-Ensembles: So gesehen macht die Uraufführung alles klar. Der
ziemlich groß geratene Kleinkriminelle, Tiefenbachs Frau Suzie, der
falsche Zeuge und Dieb und Frau Elisabteh (Petra Strasser),
offensichtlich die Mutter des schlurfig gespielten Franz - ihre
Mutter "Mistery"-Rolle erschließt sich nicht ganz - , teilen sich die
Bühne klug auf. Wenn es die Akteure zum Monolog drängt, betreten sie
den Kanaldeckel und versuchen das Publikum von ihrer spezifischen
Sichtweise zu überzeugen.

Was in den ersten zwei Dritteln gut gelingt, nämlich
abwechslungsreich und zügig drei unterschiedliche Erzählungen um das
nachmittägliche Drama im Garten der Tiefenbachs zu erklären, verliert
im letzten, aber nicht entscheidenden Teil etwas an Zug. "Rashomon"
ist weder ein psychologisches Krisen-Ehepaar-Stück, noch eines der
vielen Selbstbefragungs-Stücke der Generation 30plus, sondern ein
solides "Who dun it?"-Stück, welches zum Rätselraten auch nach dem
Fall des Vorhanges anregt. Text und Inszenierung besorgen Paola
Aguilera, Andreas Erstling, John F. Kutil und Margit Mezgolich, für
die Ausstattung zeichnet Alexandra Burgstaller, die Lichtregie kommt
von Hans Egger.

o Weitere Spieltermine im Oktober: 15., 17., 21., 22. und 24. 10.,
  jeweils ab 20.00 Uhr
  Tag (6., Gumpendorfer Strasse 67), www.dasTAG.at , 
  Telefon: 586 52 22

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) hch

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Hans-Christian Heintschel
Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (MA 53)
Telefon: 01 4000-81082
Mobil: 0676 8118 81082
E-Mail: [email protected]

Isabella Mandl
Telefon: 01 522 593 917
Mobil: 0699 1169 9411
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel