- 09.10.2009, 09:36:30
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FSG-Frauen: Viele Alleinerziehende schauen durch die Finger
Vondrasek: Marek vergisst vor Freude, wer auf einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld gedrängt hat
Wien (OTS/FSG) - "Es ist zwar erfreulich, dass auch eine
langjährige Forderung der Familienstaatssekretärin Marek jetzt
endlich Realität wird, allerdings vergisst Marek, dass die FSG-Frauen
und die Gewerkschaften lange vor der ÖVP darauf gedrängt haben, ein
einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld einzuführen", sagt
FSG-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek zum gestrigen Beschluss des
neuen Kinderbetreuungsgeldes im Familienausschuss des Nationalrates.
Ebenso wenig erfreut zeigt sich Vondrasek darüber, dass Marek das
einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld speziell für gut
qualifizierte und besser verdienende Frauen zuerst lobt, wenngleich
es sicher auch für diese Gruppe ein wichtiger sozialpolitischer
Fortschritt ist. 80 Prozent des Einkommens ermögliche es aber vor
allem auch Vätern, leichter beim Kind zu Hause zu bleiben.
Vondrasek kritisiert aber die strikten Regelungen für
AlleinerzieherInnen. "Die AlleinerzieherInnen schauen wie immer durch
die Finger. Denn die Berücksichtigung jeglicher Einkunftsarten und
Leistungen, sämtlicher Beihilfen und sogar des Kinderbetreuungsgeldes
für die Einkommensgrenze von 1.200 Euro für die verlängerte
Bezugsmöglichkeit wird dazu führen, dass viele AlleinerzieherInnen
von der verlängerten Bezugsdauer nicht Gebrauch machen können." Auch
sobald Unterhalt für das Kind geleistet wird, haben
AlleinerzieherInnen ebenfalls keinen Anspruch mehr auf verlängerten
Bezug, unabhängig davon, ob sie damit die 1.200-Euro-Grenze
überschreiten oder nicht. Ausgenommen von der Einkommensgrenze sind
nur Härtefälle, wenn der Partner verstirbt, schwer krank oder im
Gefängnis ist, oder aber wenn Frauen von Gewalt in der Partnerschaft
betroffen sind. "Hier sind Nachbesserungen dringend notwendig. Denn
in der Realität gibt es neben der ÖVP-konservativen Bilderbuchfamilie
und den berücksichtigten Härtefällen auch andere AlleinerzieherInnen
- und die noch zu benachteiligen, ist unsozial und unerträglich in
unserer Gesellschaft", ärgert sich Vondrasek.
Denn gerade für AlleinerzieherInnen seien zudem noch zusätzliche
Maßnahmen notwendig, um ihnen die bessere Vereinbarkeit von Beruf und
Familie zu erleichtern. Es fehle vor allem österreichweit an
Betreuungsangeboten für Ein- und Zweijährige. Derzeit liegt
Österreich bei Kinderbetreuungsplätzen für unter Dreijährige mit der
Betreuungsquote (14 Prozent für 2008) weit hinter dem EU-Ziel von
Barcelona von 33 Prozent für 2010 zurück. "Marek soll sich nicht über
Umgesetztes zu lange freuen, sondern sich den Forderungen der
FSG-Frauen erneut annehmen und rasch für die Umsetzung sorgen - dann
könnte sich Marek durchaus auch öfter freuen", sagt Vondrasek. (ch)
FSG, 9. Oktober 2009 Nr. 85
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Mag. Martin Panholzer, Telefon: 05 0301/21511, Mobil: 05 0301/61511, eMail: [email protected]
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