- 07.10.2009, 11:13:52
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Johannes Hahn: BMWF-Förderprogramm forMuse setzt wichtigen Impuls für Forschung an Museen
Hahn präsentierte gemeinsam mit KHM-Generaldirektorin Haag und forMuse-Beirat Korff BMWF-Förderprogramm - zwei Millionen Euro, um Forschung an Museen zu stärken
Wien (OTS) - "Um die Forschung an Museen zu stärken und
weiterzuentwickeln setzen wir mit dem Förderprogramm forMuse einen
wichtigen Impuls", so Wissenschafts- und Forschungsminister Johannes
Hahn. Gemeinsam mit der Generaldirektorin des Kunsthistorischen
Museums, Sabine Haag, und dem forMuse-Beiratsmitglied Gottfried Korff
präsentierte Hahn im Rahmen eines Pressegesprächs das Förderprogramm
des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF). Mit
forMuse fließen zwei Millionen Euro in die Forschung an Museen.
"Museen sind wichtige außeruniversitäre Forschungseinrichtungen", so
Hahn. "Wir wollen mit forMuse sowohl die Qualität als auch Quantität
der Forschung an den heimischen Museen stärken", unterstreicht Hahn
die Ziele des Programms. Weiters soll die Forschung an den Museen
verstärkt sichtbar gemacht, innovative Forschungsprozesse angeregt
sowie regionale, nationale und internationale Vernetzung im Bereich
Museumsforschung gesteigert werden. "Im Rahmen von forMuse fördern
wir aber auch das wissenschaftliche Personal", besonders werde auf
die Förderung von Frauen sowie Nachwuchswissenschafter/innen Wert
gelegt.
"Neben dem Sammlungsbereich ist der Forschungsbereich die vorrangige
Aufgabe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Kunsthistorischen Museums und seiner angeschlossenen Museen", sagte
Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums. "Die
Museen verstehen sich als außeruniversitäre Forschungseinrichtungen,
die allgemeine Forschungsvorhaben verfolgen, die von besonderem
kunst- und kulturgeschichtlichen, archäologischen, ethnografischen
oder kulturanthropologischen Wert sind. Ihre Forschungsziele sind auf
die Sammlungsobjekte der Museen, ihre Herkunft, Erschließung,
Rezeption und Wirkungsgeschichte ausgerichtet. So kommt vor allem der
Aufarbeitung der Sammlungsbestände in Form wissenschaftlicher
Bestandskataloge eine besondere Bedeutung zu. Eine Unterstützung der
einzelnen Forschungsvorhaben durch nationale und internationale
Forschungsförderungsprogramme wird daher besonders angestrebt", so
Haag.
"Das Kunsthistorische Museum mit den angeschlossenen Museen hat daher
die Forschungsinitiative forMuse des Bundesministeriums für
Wissenschaft und Forschung als willkommene Aufforderung gesehen,
Projekte, die dem Profil der Ausschreibung entsprochen haben,
einzureichen", betonte Haag. "Die Projektteams der drei bewilligten
Projekte aus den Bereichen Antikensammlung, Gemäldegalerie und Museum
für Völkerkunde haben inzwischen ihre Forschungsarbeiten dank der
erfolgten Finanzierungszusagen aufnehmen können."
"Wenn es stimmt, dass Museen zu den dynamischsten und
erfolgsreichsten der Informationsgesellschaft gehören, erfolgreicher
als Bibliotheken, Theater und Universitäten, dann erscheint die
Intensivierung einer fundierten Museumsforschung dringend geboten",
so Gottfried Korff, Beiratsmitglied von forMuse. Korff, er lehrte
u.a. Empirische Kulturwissenschaft und Volkskunde an der Universität
Tübingen, unterstrich: Es gehe um eine Forschung, die im Museum und
aus dem Museum heraus betrieben wird - mit dem Ziel dessen Bestände,
Besucher/innen, Wirkweisen und vor allem dessen unausgeschöpfte
Möglichkeiten besser kennenzulernen. "Es ist deshalb erfreulich, dass
es mittlerweile in vielen Ländern Europas Programme zur Förderung der
Museumsforschung gibt." ForMuse steche dabei in besonderer Weise
hervor, weil es museumswissenschaftlich breitgefächert, fach- und
spartenübergreifend und international angelegt, aber auch auf
praktische Umsetzung ausgerichtet ist: In inspirierten Projekten
machen neue Formen der Objekt- und Provenienzforschung,
Konservierungs- und Restaurierungsforschung, der Sammlungs- und
Präsentationsforschung, der Rezeptions- und Wirkungsforschung auf
sich aufmerksam.
Das forMuse-Fördervolumen beträgt insgesamt zwei Millionen Euro. Pro
Projekt ist ein maximales Volumen von 200.000 Euro vorgesehen, die
maximale Laufzeit liegt bei 36 Monaten. Zur Beratung und
strategischen Begleitung des Projekts wurde ein wissenschaftlicher
Beirat eingerichtet. Gefördert werden Kooperationsprojekte, die
zumindest mit einem Museum als Partner kooperieren. Nach einem
zweistufigen Auswahlverfahren (thematisch war die Ausschreibung
offen) werden nun elf Projekte gefördert.
Die Projekte im Überblick:
- Die Wiener Warenkundesammlung: Herkunft und Bedeutung (Technisches
Museum Wien)
- Dilemma und Potential der ständigen Ausstellungen (Landesmuseum
Joanneum GmbH)
- Entzug und Restitution von Kraftfahrzeugen und die
sozio-ökonomischen Folgen. Aspekte zur Verkehrsgeschichte Österreichs
1930-1955 (Technisches Museum Wien)
- Erarbeitung eines wissenschaftlichen Bestandskataloges der
Porträtskulptur der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums
(Kunsthistorisches Museum Wien)
- Euphorische Anfänge - dysphorische Gegenwart: Anthropologische
Sammlungen im Spannungsfeld von Wissenschaft und Ethik
(Naturhistorisches Museum Wien)
- Kupferfraßschäden an illuminierten Handschriften und Karten:
Evaluierung von präventiven und aktiven Konservierungsmethoden
(Österreichische Nationalbibliothek)
- Mauthausen Seminar. Geschichte ausstellen/darstellen in
KZ-Gedenkstätten (Österreichische Akademie der Wissenschaften,
Kommission für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte)
- Mongolische Ethnographica des österreichischen Sammlers Hans Leder
in europäischen Museen (Österreichische Akademie der Wissenschaften,
Forschungsstelle Sozialanthropologie, Zentrum Asienwissenschaften und
Sozialanthropologie)
- Sharing cultural memory. Historische ethnographische Sammlungen des
Museums für Völkerkunde Wien (Museum für Völkerkunde Wien)
- Superstition - Dingwelten des Irrationalen von der
Rockenphilosophie zum Esoterikshop (Volkskundemuseum am Landesmuseum
Joanneum)
- Zur Geburt der Kunstgeschichte aus dem Geist des Museums.
Transformationen der kaiserlichen Gemäldegalerie in Wien um 1800
(Kunsthistorisches Museum Wien)
Im Anschluss an die Pressekonferenz eröffnet Minister Hahn die
Auftaktveranstaltung zu forMuse, bei der die Wissenschafterinnen und
Wissenschafter der elf Projekte die Möglichkeit haben, sich
kennenzulernen, zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen.
"Schließlich soll forMuse mehr als die Summe aller Einzelprojekte
sein", so Hahn.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Pressebüro
Tel.: +43/1/53120-9007
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