- 06.10.2009, 11:35:40
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Sozialpartner - Bad Ischler Dialog 2009: Experten diskutieren Wege aus der Krise
Bad Ischl (OTS) - "Die Freude, dass der Wirtschaftsabschwung zu
Ende ist, ist bescheiden, weil wir ziemlich hart aufgeschlagen sind",
sagte Karl Pichelmann, Generaldirektor der EU-Finanzdirektion, im
Rahmen der Sozialpartnerkonferenz in Bad Ischl am Dienstag. Der
Verlust durch den Abschwung entspreche zwei Arbeitsjahren. Auch jetzt
sei kein steiler Wachstumspfad zu erwarten, sondern eine
"Wellblechkonjunktur", also immer wieder kurze Phasen des
Aufschwungs, auf die wieder solche des Abschwungs folgen würden.++++
Gerhard Hanappi von der TU Wien betonte die Wichtigkeit des
Wachstums. "Die große Krise könnte erst kommen. Es wäre völlig falsch
zu denken, wir wären durch die Talsohle durch", warnte Hanappi. Der
Grund: Die Arbeitslosigkeit werde weiter steigen, und erst, sobald
jemand im eigenen Haushalt betroffen sei, würden die Menschen
beginnen, ihr Konsumverhalten zu ändern und zu sparen.
"Die aktuelle Krise ist vorbei, wir sind am Boden angekommen, ein
weiteres Abfallen ist nicht zu befürchten", meinte Henning Klodt vom
Institut für Weltwirtschaft. Allerdings sei die Gefahr der nächsten
Krise überhaupt nicht gebannt.
Michael Landesmann vom Wiener Institut für International
Wirtschaftsvergleiche ging in seinem Statement auf die schlechte
Arbeitsmarktlage ein. Eine Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt gehe
immer sehr schnell, eine Verbesserung immer nur schleppend.
Erschwerend komme dazu, dass nun langsam eine Phase kommt, in der
auch die Demografie stark wirkt. Hier muss, so Landesmann,
migrationspolitisch gegengesteuert werden.
Vor zu großen Erwartungen was die Machbarkeit einer allumfassenden
Finanzmarktaufsicht betrifft, warnte Karl-Heinz Paque von der
Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg unter Hinweis auf die
zahlreichen verschiedenen Interessen der Nationalstaaten. Chancen für
die Stärkung nationaler Aufsichtsbehörden seien aber vorhanden und
müssten aber genutzt werden. Eine große Aufgabe sieht Paque in der
Konsolidierung der öffentlichen Finanzen. Steuererhöhungen sind aus
Sicht Paques der falsche Weg - die Konsolidierung sollte
ausgabenseitig erfolgen. (Ang/Flo)
Rückfragehinweis:
Thomas Angerer AK Wien Kommunikation tel.: 0664 202 47 29 Rupert Haberson Wirtschaftskammer Österreich tel.: 0664 355 00 81
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