- 06.10.2009, 11:15:54
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ÖAMTC-Symposium "Reifen und Fahrwerk" unter dem Motto "Vom Ursprung in die Zukunft"
Von visionären Konzepten aus der Vergangenheit zu alternativen Zukunftslösungen
Wien (OTS) - Unter dem Titel "Vom Ursprung in die Zukunft" bietet
das heutige ÖAMTC-Reifensymposium Rückblicke auf die Geschichte der
Reifenherstellung, Einblicke in aktuelle Entwicklungen und
Herausforderungen sowie Ausblicke, wie und womit wir in die Zukunft
rollen. Die Verbesserung der Sicherheit hatte jahrelang oberste
Priorität. Doch moderne Umweltauflagen machen weder vor den Reifen
selbst und noch vor der Produktion Halt. "Die Herausforderung liegt
nun darin, aktuelle Sicherheitsvorschriften und Umweltauflagen in
einen Reifen zu packen. Gleichzeitig müssen moderne Reifen zum
jeweiligen Fahrzeug passen und mit Sicherheitssystemen wie ABS oder
ESP zusammenarbeiten. Herausforderungen werden auch zukünftige
Regulative wie zum Beispiel Lärmgrenzwerte sein", erklärt
Symposiumsleiter und ÖAMTC-Reifenspezialist Friedrich Eppel.
Ob und wie die Herausforderungen der Vergangenheit gelöst wurden,
gibt in vielen Fällen Wege in die Zukunft vor. So konnte man früher
kaum die Eigenschaften eines Reifens vor der Produktion zuverlässig
berechnen. Heute ist das eingeschränkt möglich. Je besser man das
Verhalten eines Reifens auf der Straße vorhersagen kann, desto
weniger Produktions- und Testkosten fallen an. "Die Berechenbarkeit
der Reifeneigenschaften ist Angelpunkt der aktuellen Forschung. Dabei
spielen moderne Umwelt- und Sicherheitsauflagen eine wichtige Rolle",
erklärt Christof Mühlhause von Pirelli im Rahmen der
Expertenveranstaltung, die von ÖAMTC gemeinsam mit der Semperit
Reifen Ges.m.b.H. und dem Institut für Verbrennungskraftmaschinen und
Kraftfahrzeugbau der TU Wien organisiert wird.
Sicherheits- und Notlaufreifen als marktfähige Konkurrenz zum
Reserverad
Neben ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten ist die
Sicherheit die wichtigste Anforderung, die ein moderner Reifen
erfüllen muss. "Schon in den 60er Jahren entwickelten die Hersteller
Reifen, mit denen man ohne Luft eine Zeitlang fahren konnte", blickt
Bernd Löwenhaupt von Dunlop auf die lange Geschichte der Sicherheits-
und Notlaufreifen zurück. Unterschiedlichste Konzepte wurden
ausprobiert. Um das Gewicht zu reduzieren, setzt Dunlop derzeit auf
die Verwendung des superleichten Kunststoffs Aramid statt Stahl. Auch
Brigdestone bietet eine neue, konkurrenzfähige Generation der
Runflatreifen. Durch eine verstärkte Seitenwand kann man ohne Luft
bei etwa 80 km/h noch 150 Kilometer fahren. Ein Reifenwechsel in
Gefahrensituationen kann so vermieden werden. "Runflatreifen der
neuen Generation bieten nicht nur die sicherste Alternative zum
Ersatzrad, sondern sind auch komfortabel im Abrollen, vergleichbar
mit konventionellen Reifen", erklärt Rudolf Hein von Bridgestone.
Über Spezialreifen der anderen Art berichtet Burkhard Wies von
Continental. Im Rahmen des ÖAMTC-Reifensymposiums bietet er einen
Rückblick auf die Geschichte des Winterreifens und Ausblicke auf
zukünftige Herausforderungen. Bereits heute sind Winterreifen leiser
als viele Sommerreifen, zudem ist der Bremsweg der Spezialpneus bei
tiefen Temperaturen auf nasser und glatter Straße kürzer. Ein
zukünftiger Schwerpunkt ist die exakte Anpassung an neue
elektronische Assistenzsysteme wie ABS oder ESP.
Historische Ganzheitskonzepte als Lösung für die Zukunft
Dass alternative Konzepte nicht beim Reifen halt machen,
demonstriert Michelin bereits seit Jahren. "Die Ausrichtung auf eine
nachhaltige Mobilität ist in vollem Gange. Ein Rückblick sowie eine
Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation kann uns helfen, die
Herausforderungen von morgen besser zu verstehen und uns Denkanstöße
liefern", sagt Thomas Nagel, Projektleiter e-Mobility bei Michelin.
Entsprechend visionär ist auch der Ansatz von Michelin für den Reifen
der Zukunft. Der Griff in Großmutters Nähkästchen lässt den
Radnabenmotor neu auferstehen. Die neue Version vereint Aufhängung,
Bremse und Motor im Rad. Das Active Wheel steht kurz vor der
Serienreife.
Visionäre Ideen können auch in ganz andere Richtungen gehen, wie
Marc Luyten von Vredestein anhand der Geschichte des holländischen
Reifenherstellers zeigt. Vredestein hat in Zusammenarbeit mit
Star-Designern u.a. aus Italien das Profildesign zum Markenmerkmal
erhoben.
Forschungsfelder Straße und Schallquellenortung
Interessante Einblicke in "angrenzende" Forschungsfelder bieten
Thomas Maurer vom Austrian Institute of Technology und Heinz Kreidl
von Brüel & Kjaer. Das Gegenüber des Reifens - die Straße - ist
Forschungsfeld von Thomas Maurer. Mit dem "RoadSTAR", einem
Spezialfahrzeug, können alle Einzelheiten von Straßen, wie Neigung,
Welligkeit, Rauigkeit, exakt erfasst werden. Spezialgebiet von Heinz
Kreidl ist die Schallquellenortung an Fahrzeugen. Um ein Geräusch zu
reduzieren, muss man nicht nur wissen, woher es kommt, sondern auch,
wie es sich verbreitet oder fortpflanzt. In Zusammenarbeit mit Ernst
Pucher von der Technischen Universität Wien stellt Kreidl neue
Messtechniken vor.
Nähere Informationen sowie die Vorträge zum Download gibt es
online unter www.oeamtc.at verfügbar.
Alle ÖAMTC-Reifentests findet man auf der Homepage des Clubs unter
www.oeamtc.at/tests .
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit, Dagmar Halwachs, Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218, mailto:[email protected], http://www.oeamtc.at
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