• 05.10.2009, 11:24:32
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Das Arbeitserziehungslager Innsbruck-Reichenau 1941-1945

Filmpräsentation des Landesarchivs am Mittwoch, 7. Oktober, im Landhaus

Bregenz (OTS/VLK) - "Es ist besser, nicht zuviel um sich zu
schauen ..." ist der Titel eines Dokumentarfilms, den der Tiroler
Student Johannes Breit über das "Arbeitserziehungslager" drehte, das
die Gestapo 1941 für den Reichsgau Tirol und Vorarlberg in
Innsbruck-Reichenau errichtete. Das Vorarlberger Landesarchiv lädt
alle Interessierten am Mittwoch, 7. Oktober 2009, 17 Uhr, zur
Filmpräsentation ins Landhaus (Montfortsaal) nach Bregenz ein. Der
Eintritt ist frei.

1941 errichtete die Geheime Staatspolizei (Gestapo) im Innsbrucker
Stadtteil Reichenau ein Arbeitserziehungslager. Es sollte vorrangig
der "Disziplinierung" ausländischer Zivilarbeiter dienen, die,
überwiegend als Zwangsarbeiter, zu Tausenden im Reichsgau Tirol und
Vorarlberg eingesetzt wurden. Die Gestapo wies auch andere
Häftlingsgruppen, zumal politisch missliebige Personen, in ihr
Straflager ein. 1948 verurteilte ein französisches Militärgericht die
Innsbrucker Gestapo-Chefs und ihre Handlanger zu langjährigen
Haftstrafen. Dennoch blieb das Lager Reichenau im kollektiven
Gedächtnis der Tiroler und Vorarlberger kaum präsent.

"Disziplinierung" von Zwangsarbeitern

Der Student Johannes Breit (geb. 1989 in Hall) recherchierte die
Geschichte des Arbeitserziehungslagers Reichenau und gestaltete
darüber 2006 bis 2008 einen interessanten Film. Auf Einladung des
Landesarchivs wird er ihn am Mittwoch, 7. Oktober, um 17 Uhr in
gekürzter Fassung im Landhaus präsentieren. Breit nahm Kontakt mit
ehemaligen Häftlingen in Polen, der Ukraine, Weißrussland, Italien,
Deutschland, Österreich, Frankreich und in Slowenien auf. Einige von
ihnen waren bereit, vor der Kamera über ihre Haft, ihre
Lebensbedingungen im Widerstand oder als jugendliche Zwangsarbeiter,
über die Umstände ihrer Verhaftung und das Leben im Lager zu
berichten. Ihre Erinnerungen ergänzte Breit mit ausgewählten
Dokumenten. Auf einen Off-Kommentar verzichtete er bewusst. Zu den
Zeitzeugen, die im Film zu Wort kommen, zählt Nikolai Telitschko, der
1942 mit 15 Jahren aus der Ukraine zur Zwangsarbeit nach Vorarlberg
verschleppt und der Aufbaugenossenschaft Silbertal-Bartholomäberg
zugewiesen wurde. Nikolai Telitschko blieb nach der Befreiung in
Vorarlberg. Er wird bei der Filmpräsentation anwesend sein.

Der 20-jährige Student Johannes Breit arbeitete 2008/2009 als
Gedenkdiener am United States Holocaust Memorial Museum in Washington
DC. Seit 2004 dreht er Dokumentarfilme, mit denen er bisher zweimal
bei der Diagonale - Festival des österreichischen Films, vertreten
war. Sein Großvater Bert Breit war im Alter von 17 Jahren im April
1945 eine Woche als politischer Häftling der Gestapo Innsbruck im
Lager Reichenau interniert.

"Es ist besser, nicht zuviel um sich zu schauen ... - Das
Arbeitserziehungslager Innsbruck Reichenau von 1941 bis 1945",
Präsentation eines Dokumentarfilms von Johannes Breit, Bregenz,
Landhaus (Montfortsaal), Mittwoch, 7. Oktober 2009, 17 bis ca. 18.30
Uhr. Eintritt frei. Weitere Informationen unter
www.vorarlberg.at/landesarchiv.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20141, Fax: 05574/511-20190
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse
   
   Hotline: 0664/625 56 68, 625 56 67

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