GERD Center of Excellence warnt Sodbrennen: Krebsrisiko wird verschleiert

Nur Histopathologie basiertes Management gibt Aufklärung und Sicherheit

Wien (OTS) - "Nach länger anhaltendem Sodbrennen kann bereits eine Vorstufe zum Speiseröhrenkrebs vorliegen, deshalb halten wir es für fahrlässig, die Therapie mit einem Magensäureblocker ohne adäquate Spiegelung (ausreichende, adäquate Entnahme von Gewebeproben) zu empfehlen", warnt der Leiter der Chirurgischen Funktionsdiagnostik am AKH Wien, Univ.Prof.Dr. Martin Riegler und Chef des GERD Centers of Excellence. Damit können Vorstufen zum Speiseröhrenkrebs verschleiert und damit noch später erkannt werden.

Die vom GERD Center of Excellence erhobenen Daten zeigen, dass Menschen mit Sodbrennen in 30% der Fälle bereits eine Vorstufe zum Speiseröhrenkrebs haben. "Der Nachweis dieser Krebsvorstufen kann nur aus Gewebeproben der unteren Speiseröhre und dort nur durch Entnahme aus den richtigen Stellen nachgewiesen werden, was leider nicht immer so passiert", so Prof. Riegler.

Daher ist die Bevölkerung dringend aufzuklären, Magensäureblocker nicht ohne adäquates Management einzunehmen, da diese nur den Säurewert des Refluxes verändern, nicht jedoch die Ursache eliminieren. Besteht nach entsprechender pathologischer Untersuchung keine Krebsvorstufe (=Kardia Mukosa, Oxyntokardia Mukosa) kann die Therapie mit einem Magensäureblocker fortgesetzt werden.

Neben Sodbrennen können Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen, Zungenbrennen, Nebenhöhlenentzündungen und Asthma-Beschwerden ein Hinweis auf eine bereits bestehende Refluxkrankheit sein.

Bei Krebsvorstufe: Neue Methode am AKH Wien

Bei Barrett Ösophagus (Krebsvorstufe) besteht die Möglichkeit, diese mit der neuen, höchst wirksamen Methode (Radiofrequenz Ablation) an der chirurgischen Abteilung des AKH Wien zu entfernen. Die Behandlung erfolgt in Kurznarkose. Im Rahmen einer Speiseröhren Spiegelung wird das Barrett Gewebe mit Laser eliminiert. Innerhalb von 4 bis 6 Wochen wird dieses selbsttätig durch normale Schleimhaut ersetzt und damit vorerst das Krebsrisiko gebannt. Die Funktion der Speiseröhre bleibt erhalten. In 90-100% der Fälle ist das Barrett Gewebe nach einer Behandlung entfernt. Weltweit wurden bis dato über 30.000 solcher Behandlungen durchgeführt. Nebenwirkungen sind sehr selten und wurden nur bei 74 Personen (0.22%) der Fälle beobachtet.

GERD Center of Excellence" ist eine interdisziplinäre Plattform zur Lehre, Forschung, Management und Krebsvorsorge der Refluxkrankheit und wird von Gesundheitsministerium und Ärztekammer unterstützt. www.gerdcenter.at

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Chirurgische Funktionsdiagnostik im AKH Wien (01 40400 3595)

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