- 01.10.2009, 13:54:46
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FORMAT: Buwog-Lobbyisten kassierten eine Million Euro pro Tag
Auch Jörg Haider war in den Buwog-Deal verwickelt
Wien (OTS) - Die umstrittenen Buwog-Lobbying-Aktivitäten von
Walter Meischberger und Peter Hochegger sind um eine brisante Facette
reicher. Demnach haben die beiden für lediglich zehn Tage
Beratungsarbeit rund zehn Millionen Euro kassiert - oder: Eine
Million Euro pro Tag. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in
seiner am Freitag erscheinenden Coverstory.
Der Lobbying-Vertrag mit der Immofinanz wurde Anfang Juni 2004
abgeschlossen, berichtet FORMAT. Den Justizbehörden wurde diese
brisante Information im Zuge des Finanzstrafverfahrens gegen
Hochegger und Meischberger bekannt gemacht. Zur Erinnerung: Am 4.
Juni 2004 gaben Immofinanz-Konsortium und CA Immo ihre verbindlichen
Angebote für den Erwerb von rund 60.000 Bundeswohnungen ab. Dann
wurde nachgebessert und am 15. Juni der Zuschlag an die Immofinanz
erteilt. In diesen zehn Tagen war Cheflobbyist Meischberger besonders
gefordert. Er empfahl Hochegger damals der Immofinanz "einen
Anbotspreis von etwa einer Milliarde Euro" (Hochegger) nahezulegen.
Der frühere Immofinanz-Boss Karl Petrikovics will sich dazu konkret
nicht äußern. Über seinen Anwalt lässt er FORMAT ausrichten:
"Hocheggers Tipp kam entweder von einem Mitbewerber oder aus dem
Finanzministerium. Woher genau, war damals egal."
Die Aktivitäten von Meischberger werfen einen dunklen Schatten auf
die Ära von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, wie FORMAT in seiner
Titelgschichte schreibt. Zumal Grasser und sein Trauzeuge
Meischberger in der heißen Phase des Buwog-Verkaufs auch in Kärnten
aktiv wurden. Gemeinsam überzeugten sie Landeshauptmann Jörg Haider,
den öffentlichen Widerstand gegen den Verkauf der ESG Villach
aufzugeben. Die ESG Villach war eine von vier Wohnbaugesellschaften,
die im Rahmen des Buwog-Deals verkauft werden sollte. Das Land
Kärnten hatte ein Vorkaufsrecht für die ESG. Meischberger gegenüber
FORMAT: "Der Jörg gab mir zu verstehen, dass das Land Kärnten die ESG
Villach nicht kaufen wird." Meischberger erfuhr das bevor die
Entscheidung öffentlich wurde. Diese Information dürfte für den Sieg
des Immofinanz-Konsortium ausschlaggebend gewesen sein. Zitat aus dem
Rechungshofbericht 2007 zum Buwog-Verkauf : "Kärnten hat mit seiner
Entscheidung über die Ausübung der Option letztlich auch darüber
entschieden, welcher Bieter den Zuschlag erhalten werde."
Rückfragehinweis:
FORMAT Business
Tel: 01-21755-4126, Ashwien Sankholkar
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