• 01.10.2009, 13:11:43
  • /
  • OTS0232 OTW0232

FORMAT: Ex-ÖBB-Personalchef Franz Nigl belastet Bahn-Chef Klugar und Gewerkschaft

Eingabe Nigls bei der Staatsanwaltschaft beweist: Bahnmanager und Belegschaftsvertreter waren in Erfassung von Krankendaten jahrelang eingebunden

Wien (OTS) - Dass die Grünen in der ÖBB-Krankendatenaffäre die
Staatsanwaltschaft eingeschalten haben, ist nicht nur für den
Ex-Personalchef Franz Nigl ein Problem, sondern mehr noch für die
Eisenbahnergewerkschafter und General Peter Klugar. Denn die hatten
behauptet, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben.

Wie das Magazin FORMAT berichtet, hat Nigl jetzt jedoch zu seiner
Verteidigung über seinen Anwalt eine Eingabe bei der
Staatsanwaltschaft gemacht - samt einem dicken Stapel interner
Papiere, die das Gegenteil beweisen. Dem Material liegen Datenblätter
bei, so genannte "Entscheidungsgrundlagen für Personalmaßnahmen", die
vor einer Beförderung (plus Gehaltserhöhung) angelegt wurden und
Informationen über Krankenstandstage samt Gründen enthalten. Die
Daten wurden von allen ÖBB-Gesellschaften mit Ausnahme der Rail Cargo
bereitwillig geliefert. Laut FORMAT finden sich darauf die
Unterschriften zahlreicher ÖBB-Vorstände, auch die von Klugar.

Auch Gewerkschaftsbosse wie Wilhelm Haberzettl und Gottfried Winkler
haben solche Datenblätter unterschrieben. Weder Manager noch
Betriebsräte können also noch behaupten, nicht gewusst zu haben, dass
diese Daten erhoben und erfasst wurden. FORMAT liegt sogar eine
E-Mail aus dem Büro Haberzettl vor, in dem die Daten eines
Krebspatienten an Nigl übermittelt werden.

Auch die kritisierten Rückkehrgespräche nach Krankenständen zur
Ergründung der Ursachen wurden im Rahmen des Abwesenheitsmanagements
schon 2001 eingeführt, wie aus den FORMAT vorliegenden Unterlagen
klar hervorgeht. Nigl kam erst 2004. Peter Klugar tat sich in seinen
früheren ÖBB-Funktionen bei diesem Thema besonders hervor, wie zum
Beispiel sein Vorwort zum "Leitfaden Abwesenheitsmanagement"
verdeutlicht.

Franz Nigls Anwalt Sebastian Lesigang hat neben der Eingabe sogar von
sich aus einen Beweisantrag bei der Staatsanwältin eingebracht. Durch
Beiziehung mehrerer Sachverständiger und von Spezialisten des
Bundeskriminalamtes soll bewiesen werden, dass es sich bei den Nigl
zur Last gelegten Maßnahmen "... um eine in der ÖBB bereits vor 2004
eingeführte Vorgangsweise handelt, von der sowohl sämtliche
Führungsorgane der ÖBB sowie die Belegschaftsvertretung wussten und
eingebunden waren", heißt es in dem Schriftsatz wörtlich.

Rückfragehinweis:
Format Wirtschaft
Tel.: (01) 217 55-0

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel