• 30.09.2009, 10:45:16
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Zwei Top-Wissenschafterinnen für Österreichs Archäologie

Johannes Hahn ernennt Sabine Ladstätter zur neuen ÖAI-Direktorin - Irene Forstner-Müller wird Zweigstellenleiterin in Kairo

Wien (OTS) - Mit 1. Oktober 2009 bekommt das Österreichische
Archäologische Institut (ÖAI) erstmals eine weibliche Spitze:
Wissenschaftsminister Johannes Hahn ernennt die Kärntner Archäologin
Sabine Ladstätter zur neuen Direktorin. Neue Zweigstellen- und
Grabungsleiterin in Kairo wird Irene Forstner-Müller. "Ich freue
mich, dass wir mit Sabine Ladstätter und Irene Forstner-Müller zwei
Top-Wissenschafterinnen für Top-Positionen gewinnen konnten", so
Wissenschaftsminister Johannes Hahn. "Beide verfügen über die
notwendige wissenschaftliche Qualifikation und internationale
Erfahrung", betont der Minister. Mit der Bestellung der beiden
Wissenschafterinnen werden auch die ressortinternen
Frauenförderungsziele weiter umgesetzt.

Johannes Hahn sieht in der Archäologie "einen wesentlichen
Bestandteil der österreichischen Forschungslandschaft, der untrennbar
mit dem Österreichischen Archäologischen Institut verbunden ist". Das
Institut zähle zu den traditionsreichsten Forschungseinrichtungen
Österreichs. Gegründet 1898 kann das Institut auf eine Reihe an
Erfolgen zurückblicken. Mit der Bestellung von Sabine Ladstätter
sieht der Minister die positive Entwicklung des ÖAI gesichert.

Schwerpunktmäßig ist das ÖAI in den Mediterranen Hochkulturen tätig.
An Zweigstellen in Griechenland und Ägypten, aber auch in Österreich,
wird intensiv geforscht. Zuletzt hat es der außergewöhnliche Fund im
Rahmen des Bernsteinstraßenprojekts im Mittelburgenland in die
internationalen Schlagzeilen geschafft.

Die größte und bekannteste Grabung des ÖAI ist jene in Ephesos.
Bereits seit 114 Jahren forschen österreichische Wissenschafterinnen
und Wissenschafter in der 70 km von Izmir entfernt gelegenen Stadt.
Das Projekt zählt weltweit zu den renommiertesten dieser Art. Auch
die Zweigstelle in Kairo kann auf eine lange Tradition zurückblicken:
So wurde beispielsweise ab 1912 der prestigeträchtige Platz bei den
Pyramiden von Giza/Westfriedhof untersucht. Unter Manfred Bietak
begannen ab 1966 die Arbeiten im östlichen Nildelta.

Die gebürtige Kärntnerin Ladstätter ist als erste stellvertretende
Grabungsleiterin in Ephesos tätig und folgt als ÖAI-Direktorin
Johannes Koder, der das Institut seit 2007 interimistisch geleitet
hat. Hahn freut sich, dass mit Ladstätter eine "international
anerkannte Archäologin" für diese spannende Aufgabe gewonnen werden
konnte. Ladstätter hat an den Universitäten Graz und Wien studiert
und bereits an zahlreichen Grabungen mitgewirkt. 2007 habilitierte
sie sich im Fach Klassische Archäologie.

Irene Forstner-Müller übernimmt die Position von Manfred Bietak, der
mit Ende September emeritiert. Sie war bis zuletzt dessen
Stellvertreterin in Kairo. Die gebürtige Linzerin studierte an der
Universität Wien Ägyptologie, klassische Archäologie und
Feldarchäologie. Sie nimmt seit 1991 an den Grabungen des ÖAI in Tell
el-Daba/Ägypten teil. Nach ihrer Promotion und Dissertation "Die
Gräber des Areals A/II von Tell el-Daba" im Jahr 2002, avancierte sie
im selben Jahr zur stellvertretenden Leiterin der Zweigstelle Kairo
und zur Ko-Grabungsleiterin der Grabungen in Tell el-Daba. Seit 2002
unterrichtet Forstner-Müller an der Universität Wien, ihr Schwerpunkt
ist die Ägyptische Feldarchäologie.

Minister Hahn sprach sowohl Johannes Koder als auch Manfred Bietak
seinen Dank für die "professionelle Arbeit und ihr Engagement im
Sinne der Archäologie und des Wissenschafts- und Forschungsstandortes
Österreich" aus.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Pressebüro
Tel.: +43/1/53120-9007

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