- 27.09.2009, 20:32:37
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Wiener Zeitung: Unterbergers Tagebuch: "Trauerrand für Rot"
Ausgabe vom 28. September 2009
Wien (OTS) - Erneut ein katastrophaler Tag für die
Sozialdemokratie: Die Reihe ihrer schweren Niederlagen erreicht von
Deutschland bis Oberösterreich eine historische Spitze. In Linz wird
die rote Depression dadurch verschärft, dass dort nicht nur - wie
schon fast selbstverständlich - die Freiheitlichen massiv
dazugewinnen, sondern dass auch die ÖVP ein echtes Plus bei Mandaten
und Prozenten erreicht. Anders in Deutschland: Die Union verliert ein
wenig, sie kann sich aber über eine Mehrheit für die erträumte
schwarz-gelbe Variante freuen.
Offenbar braucht derzeit kaum jemand Sozialdemokraten als Verteiler
von ständig noch mehr (schuldenfinanzierten) Wohlfahrtszuckerln. In
der anhaltenden Krise setzt man auf jene, von denen man mehr
Ernsthaftigkeit in der Wirtschaft erhofft.
Dennoch wird es in Österreich sicher kein Ende der großen Koalition
im Bund geben. Die bleibt in der derzeitigen Parteienlandschaft
alternativlos.
Die ÖVP sollte ihren Erfolgs-Trend auch nicht auf die nächste
Parlamentswahl hochrechnen: Hat sie doch zuletzt zwei sicher
scheinende Nationalratswahlen mit strategischer Stümperei verjuxt.
Und steht sie doch im Bund und in Ostösterreich recht hilflos einer
SPÖ gegenüber, die den parteipolitischen Zugriff in einigen
Staatsbetriebe und insbesondere in den Medien konsequent und
strategisch intensiviert, während sie der ÖVP arbeitsteilig den Kampf
mit der Krise weitgehend allein überlässt. Und wirkt doch die FPÖ
trotz aller Gewinne weiterhin nicht wirklich regierungsfähig.
Folglich bleibt hierzulande die klare Mehrheit rechts der Mitte auf
der entscheidenden Ebene der politischen Macht irrelevant.
*
Etliche Zeitungen zitierten am Wochenende Aussagen von
SPÖ-Politikern, dass ich als Chefredakteur der "Wiener Zeitung"
abgelöst werde. Als Nachfolger wurde bereits ein linksorientierter
Journalist des "Kurier" genannt. Mit mir hat auch 48 Stunden nach
Auftauchen dieser Meldungen noch niemand gesprochen. Tatsache ist
jedenfalls, dass die Kompetenz zur Bestellung eines Chefredakteurs
laut Gesetz einzig beim Bundeskanzler liegt; dass mein Vertrag ohne
ein Eingreifen bis 2014 laufen würde; und dass meiner Bestellung
einst eine Ausschreibung vorangegangen ist.
Sobald ich mehr weiß: An dieser Stelle oder auch über
[email protected].
Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
mailto:[email protected]
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