• 25.09.2009, 09:37:40
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Angela Merkel spricht unverständlicher als Herausforderer Steinmeier Deutschlands Wahlkampf im Verständlichkeitstest

Salzburg (OTS) - Der deutsche Bundestagswahlkampf sucht klare
Worte. Kanzlerin Angela Merkel hat dabei das Nachsehen. Ihre Worte an
rund 62 Millionen Wahlberechtigte klingen weit weniger deutlich als
die ihres sozialdemokratischen Herausforderers. Frank Walter
Steinmeier hat zumindest in Sachen Verständlichkeit die Nase vorn.
Das ergab eine Studie der Universität Hohenheim in Kooperation mit
dem Comlab Ulm.

Die SPD hat den Wahlkampf um die deutlichere Sprache klar für sich
entschieden. Frank Walter Steinmeier erreicht auf dem Hohenheimer
Verständlichkeitsindex 16,4 von 20 möglichen Punkten. Die regierende
Kanzlerin schafft es gerade mal auf 13,9 Punkte. Der Hohenheimer
Index ist eine Verständlichkeitsformel, die mit Unterstützung des
Computer-Programms Textlab erstellt wird. Dabei werden für die
Verständlichkeit relevante Faktoren - wie z. B. der Gebrauch von zu
langen Sätzen oder von abstrakten Wörtern - erhoben und gewichtet.

Die Forscher kritisieren den häufig verwendeten Politikerjargon im
deutschen Wahlkampf. Verständlich formulieren die deutschen
Kanzleranwärter nur bei Angriffen auf den politischen Gegner.
Sachthemen verstecken sich hinter sprachlich komplizierten
Facherklärungen. Langen Atem beweisen deutsche Politiker vor allem in
Sachen Satzlänge. Ungetüme von bis zu 50 Wörtern durchziehen die
politischen Botschaften.

Basis für die Untersuchung ist das Software-Programm Textlab. Die
richtungsweisende EDV-Entwicklung zeigt textliche Schwächen
schonungslos auf. Schachtelsätze, Wortungetüme und Fremdwort-Gebrauch
fließen in die Auswertung ein. Die Software Textlab wird in
Österreich exklusiv von WEBWORKS (www.webworks.at) vertrieben. Es
analysiert Reden, Fachtexte oder Internet-Artikel. Neben der
automatisierten Auswertung unterstützt das Programm Autoren
interaktiv bei der Textverbesserung. Corporate Wording - die
einheitliche Benennung von wiederkehrenden Textelementen - zählt
genauso dazu wie die Optimierung für verschiedene
Bevölkerungsgruppen. Ein Text für Senioren benötigt andere Vokabel
als ein Artikel für Jugendliche.

Rückfragehinweis:
Dr. Martin Sturmer
T 0662 450627-11
E [email protected]

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