• 23.09.2009, 09:00:12
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Neuer Durchbruch gegen Pneumokokken-Infektionen?

Wien (OTS) - Experten sind sich einig: Impfungen gegen
Pneumokokken-Infektionen zahlen sich auch bei Erwachsenen aus. Ein
entsprechender Impfstoff könnte schon bald zur Verfügung stehen.

Pneumokokken-Infektionen sind potenzielle Killer. Sie können
lebensbedrohliche Erkrankungen wie Meningitis, Bakeriämien mit Folgen
wie etwa einer Blutvergiftung oder Lungenentzündungen auslösen. Waren
es bisher besonders Säuglinge und Kleinkinder, für die mit
entsprechenden Impfungen vorgesorgt werden konnte, rückt nun auch die
Zielgruppe der älteren Erwachsenen in den Fokus der Forschung.

"Die Spitze des Eisberges"

Mit geschätzten 3.000 Meningitis-Fällen, 50.000 Bakteriämien und
500.000 Lungenentzündungen, allesamt ausgelöst durch
Pneumokokken-Infektionen, sehen sich Ärzte in den USA Jahr für Jahr
konfrontiert. "Die Fälle, die man im Spital zu Gesicht bekommt, sind
jedoch nur die Spitze des Eisberges", warnte Dr. Jacques Gaillat,
Chef der Abteilung für Infektiologie am Centre Hospitalier d'Annecy
(Frankreich) beim Kongress der European Respiratory Society (ERS) in
Wien. "In Wahrheit muss man die genannten Zahlen wohl mit 10
multiplizieren"!

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO misst seit Jahren dem
Kampf gegen Pneumokokken-Infektionen eine außerordentlich hohe
Priorität zu. "Mit entsprechenden Impfungen bzw. hohen
Durchimpfungsraten könnten bis zum Jahr 2025 wahrscheinlich 3,9
Millionen Todesfälle vermieden werden", gab Prof. Dr. Santiago Ewig,
Chefarzt des Thoraxzentrums Ruhrgebiet , zu bedenken. - Derzeit gilt
der Impfstoff PCV-7 (für Fachmedien: Prevenar (R) von Wyeth) als
Standard in der Prävention von Pneumokokken-Erkrankungen. Der
Impfstoff wird von der WHO empfohlen und ist in den meisten
europäischen Ländern Teil der nationalen Kinderimpfprogramme. In
Österreich ist der Impfstoff für Risikokinder" kostenfrei erhältlich.

Die Inzidenz von Pneumokokken-Infektionen in entwickelten Ländern
beträgt, über alle Lebensalter gerechnet, 15 bis 20 je 100.000. Für
Menschen ab dem 65. Lebensjahr, die häufig an zusätzlichen
Erkrankungen (Co-Morbiditäten) leiden, kommen statistisch gesehen 50
Infektionen auf je 100.000 Personen. Besonders anfällig für invasive
Pneumokokken-Infektionen sind Studien zufolge nach wie vor Säuglinge
und Kleinkinder bis zum 5. Lebensjahr sowie Senioren; neueste
Forschungen belegen jedoch, dass auch die bisher in Sachen
Pneumokokken-Infektionen "vernachlässigte" Gruppe der 45- bis
65-Jährigen ein erhöhtes Risiko hat, daran zu erkranken.

Problem Antibiotika-Resistenzen

Dazu kommt, dass Antibiotika, die zur Behandlung von bakteriellen
Infektionen eingesetzt werden, immer mehr Resistenzen erzeugen, die
weltweit ansteigen. Besonders davon betroffen sind derzeit die Länder
des Fernen Ostens und Südamerikas. - In Österreich sprechen etwa
zwei Prozent der Betroffenen auf die Gabe von Penicillin nicht mehr
an; bei Erythromycin sind es bereits bis zu 10 Prozent. "Ältere
Menschen sind 1.000 Mal gefährdeter, an Krankheiten zu sterben, die
durch Impfungen verhindert werden können als Kinder", bringt es Prof.
Dr. Ingileif Jónsdóttir, die Leiterin der Immunologischen Abteilung
des Landspitali University Hospital in Reyjavik (Island) auf den
Punkt. "Mit einer Impfung gegen Pneumokokken-Infektionen wie PCV-7
(für Fachmedien: Prevenar (R) von Wyeth), könnte das Risiko für
ältere Personen auf unter 1 Prozent gesenkt werden". Allein: diese
Impfung, die in Österreich lt. heimischem Impfplan für Säuglinge und
Kleinkinder bis zum vollendeten 5. Lebensjahr ausdrücklich empfohlen
ist, ist für den Gebrauch bei Senioren nicht zugelassen.

Neue Impfung für Erwachsene in Sichtweite

Das Arzneimittelunternehmen Wyeth, das mit seinem
Pneumokokken-Impfstoff "eine wahre Erfolgsstory geschrieben hat", wie
Ewig es ausdrückte, hat mittlerweile bei der US-amerikanischen
Zulassungsbehörde FDA sowie in mehr als 40 Ländern die Zulassung für
einen neuen, 13-valenten Impfstoff (PCV-13) beantragt, der auch bei
Erwachsenen zum Einsatz kommen könnte. Entsprechende Phase
III-Studien, an denen 7.000 Säuglinge und Kleinkinder unter zwei
Jahren, aber auch 6.000 Erwachsene über 18 Jahre eingeschlossen sind,
stehen kurz vor dem Abschluss. "Es handelt sich dabei um die größte
Klinische Prüfung, die zum Thema Pneumokokken-Infektionen bei
Erwachsenen durchgeführt wird", erklärte W. Richey Neuman, Senior
Director - Vaccines von Wyeth beim ERS. Die bisherigen Ergebnisse
seien durchaus zufriedenstellend; mit einer Publikation sei in
nächster Zeit zu rechnen.

Der neue 13-valente Impfstoff wird zusätzlich zu den bisher
bereits im 7-valenten Impfstoff abgedeckten Serotypen (4, 6B, 9V, 14,
18C, 19F und 23F) gegen sechs weitere aktiv (1, 3, 5, 6A, 7F und
19A). Die europäische Zulassung für Kinder und Säuglinge wird bereits
im Dezember 2009 erwartet, jene für ältere Erwachsene soll 2012
folgen. "Die PCV-13-Impfung schützt nicht nur langfristig", so W.
Richey Neuman, Senior Director - Vaccines von Wyeth beim ERS, sondern
sie kann zudem neben großem menschlichem Leid auch Kosten für die
Allgemeinheit wie Krankenhausaufenthalte, Krankenstände oder Kosten,
die durch Behinderungen erwachsen, vermeiden helfen".

Über Wyeth

Wyeth ist weltweit eines der größten forschenden Arzneimittel- und
Gesundheitsvorsorgeunternehmen, in dem 50.000 Mitarbeiter beschäftigt
sind (Sitz in Madison/USA). Der österreichische Sitz des Unternehmens
ist die Wyeth Lederle Pharma GmbH in Wien. Der Schwerpunkt von Wyeth
liegt auf der Forschung und Entwicklung von innovativen,
verschreibungspflichtigen Präparaten, wofür jährlich rund drei
Milliarden US-Dollar investiert werden. Dabei konzentriert sich das
Unternehmen insbesondere auf die Bereiche Rheumatologie,
Dermatologie, Impfstoffe, zentrales Nervensystem, Frauengesundheit,
Infektiologie, Hämophilie, Transplantationsmedizin und Onkologie.

Rückfragehinweis:

Fachliche Rückfragen:
   Wyeth Lederle Pharma GmbH, Mag. Michael Oberreiter
   Tel. 0043-89 114 330, e-mail: [email protected]
   
   Allgemeine Medienrückfragen:
   pr & mehr, Ruth Mayrhofer
   Tel. 0043-664-264 36 31, e-mail: [email protected]

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