- 22.09.2009, 09:33:38
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Landesmuseum neu: Baustelle als Kunstwerk
Jury-Entscheidung für zwei Projekte
Bregenz (VLK) - Im Rahmen des von der Vorarlberger Landesregierung
ausgeschriebenen "Kunst und Bau"-Ideenwettbewerbes zur künstlerischen
Gestaltung der künftigen Baustelle des neuen Landesmuseums in Bregenz
hat die Jury ihre Entscheidung getroffen. Aus insgesamt 51
Vorschlägen von Kunstschaffenden aus dem In- und Ausland fiel die
Wahl auf die Projekte von Maria Anwander und Karl-Heinz Ströhle.
Beide Künstler stammen aus Vorarlberg und leben in Wien. Maria
Anwander wird die Gestaltung des Bauzaunes übernehmen, während
Karl-Heinz Ströhle die Gerüstfläche bearbeiten wird.
Für Kulturreferent Landesstatthalter Markus Wallner hat die
Verknüpfung von Kunst und Bau im Falle des Landesmuseums eine
besondere Bedeutung: "Hier soll ein modernes und lebendiges Museum
für Vorarlberg entstehen, das zur Identität unseres Landes beiträgt
und gleichzeitig den grenzüberschreitenden Bezug herstellt. Das
wollen wir bereits während der Bauphase zum Ausdruck bringen." In den
"Kunst und Bau"-Richtlinien ist festgelegt, dass bei Landeshochbauten
ein Prozent der Baukosten für Kunst investiert wird.
Beim Projekt KUNST AM ZAUN von Maria Anwander (geboren 1980 in
Bregenz) soll jedes der derzeit 10.953 Werke des Landesmuseums -
Stiche, Gemälde, Zeichnungen, Lithografien, Reproduktionen,
Plastiken, Objekte, Skulpturen sowie künstlerische Fotografien - in
Form eines auf den Bauzaun montierten Titelschildes präsentiert
werden. "Als Museum ohne Werke bilden die Titelschilder eine
Projektionsfläche für Erinnerungen und Vorstellungen zu einzelnen
Arbeiten oder wecken das Interesse daran sich mit ihnen auseinander
zu setzen. Für nicht ortskundige Personen erschließt sich die
Baustelle hinter dem Bauzaun durch die vollständige Präsentation
aller künstlerischen Arbeiten im Sammlungsbestand und wird damit zur
größten Kunstausstellung Vorarlbergs frei nach dem Musée Imaginaire
von André Malraux", heißt es in der Begründung der Jury. Durch die
projektbezogene Digitalisierung des VLM-Kunst-
Archivs trägt diese Arbeit auch wesentlich zur Aufarbeitung
der Sammlung bei. In diesem "Work in Progress" lässt sich der
jeweilige Stand und Fortschritt der Aufarbeitung kontinuierlich
verfolgen.
Die Intention des Projekts von Karl-Heinz Ströhle (geboren 1957 in
Bregenz) ist, das Landesmuseum während seiner mehrjährigen Aus- und
Neubauphase nicht aus den Augen und damit auch aus dem Sinn des
Publikums geraten zu lassen. "Seine strenge, einfache, aber
wirkungsvolle Gestaltung des Baunetzes hebt sich klar von üblichen
bildhaften oder textlichen, meist werblichen Lösungen ab. Das
abstrakte Streifenmuster verweist auf Kunst und erzeugt durch einen
optischen Effekt räumliche Schwingungen, die Assoziationen mit einem
Vorhang hervorrufen", findet die Jury. Dadurch "kündigen die
bedruckten Bauplanen - gleich einem Theatervorhang - die
bevorstehende Neueröffnung an".
Als wesentlich für ihre Entscheidung gibt die Jury auch an, "dass
sich die beiden Projekte auf überzeugende Weise in ihrer
konzeptuellen Stringenz und formalen Klarheit ergänzen". An der
Sitzung nahmen neben den sechs bestellten Mitgliedern des Beirates
für "Kunst und Bau" - Werner Grabher, Leiter der Kulturabteilung des
Landes; Peter Jamer, Leiter der Abteilung Hochbau und
Gebäudewirtschaft; Professor Edelbert Köb, Direktor des Museums für
moderne Kunst, Wien; Willi Meusburger, Präsident der
Berufsvereinigung der Bildenden Künstlerinnen und Künstler
Vorarlbergs; Professor Brigitte Kowanz, Künstlerin und
Universitätsprofessorin; Arno Ritter, Leiter von aut. architektur und
tirol - auch die Architekten Anton Nachbaur und Andreas Cukrowicz
sowie der Direktor des Vorarlberger Landesmuseums, Tobias G. Natter,
teil.
Der Bau des neuen Landesmuseums wird voraussichtlich von Frühjahr
2010 bis Sommer 2012 dauern. Das Land stellt für die Realisierung der
beiden Kunstprojekte in Summe bis zu 200.000 Euro zur Verfügung.
Rückfragehinweis:
Landespressestelle Vorarlberg Tel.: 05574/511-20137 Fax: 05574/511-20190 Hotline: 0664/625 56 68 oder 625 56 67 mailto:[email protected] http://www.vorarlberg.at/presse
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