Becker an polemischen IV-Beyrer: Wahrheit? Ja, aber dann die GANZE Wahrheit!

Die Kritik der Industriellen-Vereinigung richtet sich an die falsche Adresse

Wien (OTS) - "Eigentlich hätte man annehmen können, Dr. Andreas Khol hätte sich klar genug ausgedrückt: 'Mehr als 2 Millionen Menschen und ihre Interessenvertreter als asozial zu bezeichnen, das ist zu viel. Wir lassen uns das nicht gefallen'. Doch Markus Beyrer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung hat unsere Botschaft noch nicht verstanden", erklärt Heinz K. Becker, Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes, der daher festhält: "Das Wort 'asozial' alleine ist schon eine unentschuldbare Beleidigung von mehr als 2 Millionen Menschen und ihren Familien! Und diese Aussage wird ja auch von Beyrer bestätigt!"

Der "blinde Fleck" am Industriellen-Auge

Beyrer, habe natürlich Recht, wenn er feststellt, die Wahrheit sei den Menschen zumutbar. Allerdings möge er dann bei der GANZEN Wahrheit bleiben. "Die Industriellen-Vertreter dürften hier einen großen blinden Fleck auf beiden Augen haben", so Becker weiter, der gerne dabei behilflich ist, Licht in dieses Dunkel zu bringen:

"Wie sozial sind Industrielle, die ihren Managern umso mehr Boni auszahlen, je mehr Leute sie entlassen? Wie sozial sind jene Industrie-Betriebe, die seit Jahrzehnten mit der Finanzwirtschaft unter einer Decke stecken, die uns ALLEN eine Suppe eingebrockt haben, die wir nun ALLE mit unseren Steuern und unseren Ersparnissen auslöffeln sollen? Wie sozial sind jene Interessenvertreter, die nun am liebsten allen Bevölkerungsgruppen zumindest eine Nulllohnrunde verordnen würden?", stellt Becker nur drei jener berechtigten Fragen, die seit Tagen in einer regelrechten Flut von Anrufen, Briefen und e-mails im Seniorenbund eingelangt sind.

Die Aufgabe der Interessenvertetung

"Die Menschen sind wütend. Sie wollen diese Hetze einer Gruppe gegen die andere nicht", betont der Senioren-Generalsekretär und führt fort:

"Unsere Arbeit als Interessenvertreter ist nötig, um die Sicherheit der Pensionen zu garantieren. Wer die Pensionen NICHT gegen die Teuerung sichert, DER gefährdet die Pensionen der Zukunft", beschreibt Becker, der hier eine Parallele zum Steuersystem zieht:
"Die Steuerstufen wurden über Jahrzehnte nicht der Inflation angepasst. Dadurch kam es zur viel zitierten kalten Progression und genau dasselbe würde bei Nichtanpassung der Pensionen passieren. Zwanzig Jahre später sagt man dann: 'Jetzt können wir uns das nicht leisten, die Anpassungen nachzuholen'. Dieses Spiel kennen wir schon!"

Vom PIPH und von Zuständigkeiten

Auf die dauernden Angriffe der Industriellen gegen den PIPH gehe Becker an dieser Stelle gar nicht mehr detailliert ein, so lächerlich und haltlos seien diese. Nur so viel hält er dazu fest: "Im Nationalrat liegen dazu zwei einstimmig gefasste Entschließungsanträge auf. Das Sozialministerium hat laut Regierungsauftrag die Validität des PIPH geprüft und bestätigt. Und bei den letzten Pensionserhöhungen diente der PIPH immer als Richtschnur. Aber Beyrer meint wahrscheinlich, es sind alle Abgeordneten und die gesamte Regierung asozial und verblödet. Es kennt sich eben nur der Herr Beyrer aus?!"

Und die Industriellenvereinigung vergreife sich nicht nur im Ton, sondern zeige sich auch bei den Zuständigkeiten bewusst ahnungslos:
"Es liegt nicht in der Zuständigkeit der Senioren-Vertreter, Pensionssysteme zu gestalten. Wir entscheiden nicht, welche Sonderpensionsformen es gibt! Es gibt einen Auftrag im Regierungsprogramm, den man rasch und zwar im Konsens mit ALLEN Bevölkerungsgruppen, besonders unter Einbindung der Jungen, angehen muss. Dieser Ball liegt bei der Regierung! Und es sind auch nicht wir Senioren-Vertreter, die ältere Arbeitnehmer unter Druck setzen, auf ihre großartige Erfahrung verzichten und ihnen immer früher nahe legen, mit golden handshake in die die Pension zu fliehen. Diese Entwicklung kann man weder den Senioren-Vertretern noch den Betroffenen vorwerfen. Hier möge sich gerade die IV an der eigenen Nase nehmen!"

"Herr Beyrer, die Wahrheit IST zumutbar: Sie und Ihre Einflüsterer könnten keine vier Tage mit einer Durchschnittspension überleben", so Becker abschließend.

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