HAYDN TALK mit Kurator Herbert Lachmayer in der Ausstellung HAYDN EXPLOSIV

Eisenstadt (OTS) - HAYDN TALK mit den Künstlern Franz West, Günter Brus, Gelitin, Erwin Wurm und dem Kurator Herbert Lachmayer in der Ausstellung "Haydn Explosiv - eine europäische Karriere am Fürstenhof der Esterházy".

Die HAYDN TALKS sind eine Gesprächsreihe, die in den Ausstellungsräumen von "Haydn Explosiv" in der Sala Terrena des Schlosses Esterházy/Eisenstadt stattfinden. Das umfassende Thema der Reihe ist die Aktualität des 18. Jahrhunderts für uns heute -begonnen wird mit einer Konversation der Künstler Franz West, Günter Brus, Gelitin und Erwin Wurm mit dem Kurator Herbert Lachmayer. Was für die contemporary art der Kunstmarkt, Museen und Sammler sind, war in der Haydn-Zeit des aufgeklärten Absolutismus vor allem die fürstliche Herrschaft als Auftraggeber. Höfischer Künstler, romantisches Genie, radikaler Avantgardist und die postmoderne Künstlerfigur beschreiben den großen Bogen dieser Mentalitätsgeschichte künstlerischen Selbstverständnisses. Unter immer neuen gesellschaftlichen Bedingungen geht es um die Freiheitsobsession des Individualismus, den die KünstlerInnen als Vision wie konsequentes Ideal vorgeben und leben - gehört doch Subversion zu den erprobten Strategien ihres, auch inszenierten Freiheitsstrebens.

Die politischen wie kulturellen Umbrüche eines "Début de Siècle" vor und um 1800 könnte man mit dem Wort "produktive Dekadenz" beschreiben - reagierten doch die Künstler und ihr gebildetes Publikum kreativ auf die Auflösung der ständischen Hierarchien und Werthaltungen wie auf die Korrosion moralischer Normen. Hat doch diese Gesellschaft eine höchst differenzierte "Geschmacksintelligenz" entwickelt - vom Rokoko und Klassizismus bis hin zum radikal schlichten Biedermeier. Auch Haydn war auf seine Art subversiv, wenn er - gegen den Wunsch der fürstlichen Herrschaft - für andere Auftraggeber komponierte, respektive seine Kompositionen in ganz Europa drucken und verbreiten ließ.

Auch in unseren demokratischen Gesellschaften besteht das Spannungsfeld zwischen KünstlerInnen und einer vermeintlich "kulturtragenden" Oberschicht als Auftraggeber und Sammler, die von ihren Artists "bespaßt", und auch "gebildet" werden wollen -LebensArt mit Kunst ist gefragt, LifeStyle ist eben zu wenig. So erwartet man sich von den contemporary artists - ironische Protagonisten zeitgemäßer Coolness - neue Individualismusformate und Erregungsstrategien zu einer libidinösen Exzentrik.

Mit dieser Veranstaltungsreihe wird "Haydn Explosiv" (als Prototyp des Ausstellungsformates "Staging Knowledge") erstmals auch als Bühne künstlerisch-intellektueller Konversation genutzt, umgeben von den "Hermeneutic Wallpapers" der Künstlerin Margit Nobis in Kooperation mit Franz West und Rudolf Polanszky. Erwin Wurm nimmt als Künstler und Professor der Universität für Angewandte Kunst am HAYDN TALK teil: mit seinen Studierenden wird er im Herbst das Medienpotential der Ausstellung nutzen.

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