BERLAKOVICH: Vorarlberg ist Rad-Spitzenreiter in Österreich!

Radgipfel und Finale der "Wadel Mit!"-Tour von Umweltminister Niki Berlakovich "Vom Neusiedlersee zum Bodensee" in Bregenz

Wien (OTS) - Mit einem Radgipfel ging heute, Freitag, die Radtour von Umweltminister Niki Berlakovich "Vom Neusiedlersee zum Bodensee" in Bregenz zu Ende. "Vorarlberg ist mit 15 Prozent Radverkehrsanteil absoluter Spitzenreiter in Österreich. Im Ländle hängen 1.100 Jobs am Fahrrad und die direkte Wertschöpfung aus der Radwirtschaft beträgt hier 53 Millionen Euro. Mit dem heutigen Radgipfel wollen wir das Radland Vorarlberg als Musterbeispiel für eine gelungene Radverkehrsförderung vorstellen und alle Österreicherinnen und Österreicher einladen, das Fahrrad als gesundes, umwelt- und klimafreundliches Verkehrsmittel auch im Alltag stärker zu nutzen." Das erklärte Umweltminister Niki Berlakovich bei einer Pressekonferenz mit Landesrat Mag. Karlheinz Rüdisser (Verkehrsreferent der Vorarlberger Landesregierung), Vizepräsident Erwin Mohr (Vorarlberger Gemeindeverband), Präsident Manfred Rein (Wirtschaftskammer Vorarlberg), Direktorin Dr. Susanne Oberrauch-Odar (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt AUVA, Landesstelle Salzburg) und Geschäftsführer Dr. Martin Hagen (Verein Offene Jugendarbeit Dornbirn).

Die Ökobilanz des Fahrrads ist beeindruckend. Es kommt ohne fossile Energie aus, verursacht weder Feinstaub, noch Stickoxide oder Treibhausgase und praktisch keinen Lärm. Wie groß das Potenzial für das Radfahren in Österreich ist, wird anhand der mit dem Auto durchschnittlich zurückgelegten Wegstrecken klar: 25 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als zwei Kilometer - eine Distanz, die mit dem Fahrrad in 8 Minuten zurückgelegt werden kann - und 50 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als 5 Kilometer, die mit einer 20 minütigen Radfahrt bewältigt werden könnten. Für kurze Distanzen auf das Fahrrad umzusteigen nützt aber nicht nur der Umwelt und dem Klima, auch Gesundheit und Wirtschaft profitieren.

Gesundheitsfaktor Radfahren

Regelmäßiges Radfahren reduziert das Risiko für Herzinfarkt, Diabetes, Bluthochdruck, Krebs und Depressionen. Die WHO schätzt das Sterbe-Risiko in der Altersgruppe der 20 bis 60 Jährigen bei RadfahrerInnen um 28 Prozent geringer ein. Bei einer Verdoppelung des Radverkehrs in Österreich auf 10 Prozent, wie das im Masterplan Radfahren des Lebensministeriums angestrebt wird, wäre eine Entlastung des Gesundheitssystems um 810 Millionen Euro jährlich möglich. Für das Bundesland Vorarlberg wäre ein Gesundheitsnutzen von über 54 Millionen Euro pro Jahr erreichbar.

Radfahren sichert Green Jobs

Die Studie "Wirtschaftsfaktor Radfahren" von Lebensministerium und WKÖ beziffert die direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte durch die Radwirtschaft in Österreich mit 882,5 Millionen Euro und geht von über 18.000 gesicherten Arbeitsplätzen aus. Vorarlberg erwirtschaftet durch Fahrradproduktion, -handel und -tourismus mehr als 53 Millionen Euro jährlich und rund 1.100 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt am Fahrrad.

Masterplan Radfahren will Radverkehr in Österreich verdoppeln

2006 hat das Lebensministerium als nationale Radverkehrsstrategie den "Masterplan Radfahren" vorgelegt. Dieser beinhaltet einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung des Radverkehrs durch Bund, Länder und Gemeinden. So soll der Radverkehrsanteil in Österreich auf zehn Prozent verdoppelt werden. Das Lebensministerium bietet Städten, Gemeinden, Betrieben, Tourismus- und Freizeiteinrichtungen, Schulen sowie der öffentlichen Verwaltung zur Umsetzung des Masterplans Radfahren Beratungs- und Förderprogramme an. Bislang wurden 11,8 Millionen Euro für Radverkehrsprojekte von der Radverkehrsplanung bis zur Errichtung von Infrastruktur eingesetzt, die ein Investitionsvolumen von 48 Millionen Euro ausgelöst haben. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme eine CO2-Einsparung bewirkt. 133 Gemeinden, Schulen, Betriebe, Verwaltungen und Tourismuseinrichtungen sparen derzeit mit ihren Radprojekten jährlich über 49.000 Tonnen CO2.

Vorarlberg ist beim Radverkehr top

Vorarlberg ist mit einem Radverkehrsanteil von 15 Prozent (2008) absoluter Spitzenreiter beim Radfahren in Österreich. Im Landesmobilitätskonzept 2006 wurde sogar die Erhöhung des Radverkehrsanteils auf 17 Prozent als Ziel definiert. Für die Umsetzung wurde im Frühjahr 2009 die neue Landesradverkehrsstrategie "Frischer Wind" präsentiert, die 57 Einzelmaßnahmen beinhaltet. Das Land hat zwei Radverkehrsbeauftragte (einen für Infrastruktur, einen für Bewusstseinsbildung), und hatte schon Ende der achtziger Jahre die Bewusstseinsbildungskampagne "FahrRad" gestartet. Die drei großen Städte Bregenz, Dornbirn und Feldkirch haben eigene Radverkehrsbeauftragte in den Stadtverwaltungen installiert und liefern sich einen kreativen Wettbewerb in der Radverkehrsförderung. Um auch kleineren Gemeinden Rad-Know-How zur Verfügung zu stellen, sollen nun weitere Radverkehrsbeauftragte bei regionalen Gemeindeverbänden angestellt werden.

Besonders innovativ ist der Plan des Landes, ein Netz von überregionalen "Fahrradschnellstraßen" zu errichten. Diese Fahrradschnellstraßen sollen eine Mindestqualität aufweisen (Breite, Kurvenradien, etc.) und an Kreuzungen Vorrang gegenüber dem Querverkehr bekommen. Vorbildhaft ist auch die intermodale Verknüpfung mit dem Öffentlichen Verkehr. Am Bahnhof Dornbirn wurde beim Umbau eine moderne Radabstellanlage mit Fahrradmietboxen errichtet. Großzügige Fahrradabstellräume sind selbst in älteren Wohnhausanlagen üblicher Standard.

LANDRAD - Vorarlbergs Elektrofahrrad

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern fördert das Land Vorarlberg den Ankauf von Elektrofahrrädern nicht, unterstützt aber das Projekt Landrad. In einem großen Flottenversuch mit 500 Elektrofahrrädern wird ein Jahr lang das Potenzial von Elektrofahrrädern untersucht. Das Lebensministerium bietet im Jahr 2009 Gemeinden, Betrieben, Tourismuseinrichtungen und Verbänden eine Sonderförderung für die Anschaffung von Elektrofahrrädern an. Pauschal gibt es einen Zuschuss von 200,- Euro, ÖkostrombezieherInnen erhalten sogar 400,- Euro.

"Wadel mit!" vom Neusiedlersee zum Bodensee

Mit dem Aufruf ,Wadel mit!’ hat Umweltminister Niki Berlakovich die Vorteile des Fahrrads als schnellstes innerstädtisches Verkehrsmittel, das noch dazu umweltfreundlich und gesund ist, bekannter und erfahrbar gemacht. Im Rahmen seiner Radfahroffensive "Österreichs Wadeln radeln!" bot der Minister dazu bei Radgipfeln in allen Bundesländern eine ideale Informations- und Beratungsplattform an. Die erfolgreiche Gesamtbilanz mit Rückblicken auf die Höhepunkte der einzelnen Bundesländerveranstaltungen finden Sie in der Beilage.

Servicehinweis: Die Studie "Wirtschaftsfaktor Radfahren", der "Leitfaden Radverkehrsförderung" und die WHO-Studie "Gesundheitseffekte durch Radfahren" stehen unter http://www.radfahren.klimaaktiv.at zum Download bereit.

Bildergalerie unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&dir=200909&u=69&a=event&e=20090909_r

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