- 11.09.2009, 09:03:43
- /
- OTS0017 OTW0017
WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Der Sieger heißt Magna, die Wette gilt - von Alexis Johann
"Das Beste ist, dass GM eine Entscheidung getroffen hat"
Wien (OTS) - Opel wurde gestern Magna zugeschlagen. Damit traf
GM-Chef Fritz Henderson unter intensiver Beteiligung seines neuen
Aufsichtsrates eine folgenschwere Entscheidung, von der tausende
Arbeitsplätze in Europa abhängen und mit der sich auch die Zukunft
von GM deutlich verändert. Das beste an Hendersons Tat war
allerdings, dass er eine Entscheidung getroffen hat. Die bis dahin
ungewisse Zukunft hatte Opel, noch immer eine der teuersten Marken
Europas, massiv geschadet. Betrachten wir Hendersons Tat, das Treffen
einer Entscheidung, als Wette, über deren Gewinnverteilung wir erst
in der Zukunft Klarheit gewinnen, haben wir ein Instrument, um die
Leistung zu messen. Wozu sollen wir das tun? Bei Opel verhält es sich
wie bei den Banken: Erste Bank-Chef Andreas Treichl ermahnt Manager,
die Ressentiments der Bevölkerung gegenüber dem Berufsstand Banker
nicht zu unterschätzen. Wenn die Gehälter des Vorstands das 100-Fache
des durchschnittlichen Angestelltensalärs ausmachen, dann ist es
verständlich, dass diese lautstark Fragen nach Leistung und
Verantwortung stellen. Treichl mahnt also indirekt ein, in die
Prämiendiskussion neben den ökonomischen Variablen auch Aspekte der
sozialen Interaktion einfließen zu lassen. Das ist gut so, denn
schließlich wollen weder Banker noch Industriekapitäne ihren guten
Ruf verlieren und in der gesellschaftlichen Stellung mit Politikern
gleichgesetzt werden.
Nur: Verantwortung ist ein schwammiger Begriff. Konkret können
Manager Verantwortung wahrnehmen, indem sie Entscheidungen treffen.
Daraus ließe sich ein ganz neuer Markt - abseits der klassischen
Börse - bilden, auf dem die Bonifikationen verdient werden. Landen
Manager Treffer, verdienen sie den Wetteinsatz. Umgemünzt auf Opel
heißt das: Gestern wurde die Wette über die Zukunft abgeschlossen, ab
heute läuft die Auswertung. Die Bewertung erfolgt durch den US-Staat,
durch die Arbeitnehmer, die Geschäftspartner, aber auch die neuen
Eigentümer. Fragen wir also ihre Vertreter in einem Jahr, ob der
Zuschlag an Magna die richtige Wahl war. Das entscheidet über den
Wettausgang. Der Gewinner bekommt den Einsatz. Es fehlen nur noch
diejenigen, die dagegen halten. Neben Stakeholdern könnten das alle
Investoren sein, die riskante Optionsgeschäfte suchen.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Tel.: Redaktionstel.: (01) 60 117/305
http://www.wirtschaftsblatt.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWB






