- 10.09.2009, 16:02:11
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"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Sieg der Vernunft"
GM verkauft Opel, rettet Merkel die deutsche Wahl und in Wien ein Werk.
Wien (OTS) - Die Zeit der Spielchen ist vorbei: Der Satz von
US-Präsident Obama galt nicht nur seiner Gesundheitsreform, sondern
wohl auch General Motors. Nach Wochen des Tricksens und des
Verzögerns stimmte der Aufsichtsrat von GM nun plötzlich zu, was
dessen Management bis zuletzt ablehnte: einen Verkauf an Magna.
Mit Sicherheit wollen die Amerikaner weiterhin Zugang zu
Opel-Patenten; vermutlich auch ein Vorkaufsrecht unter bestimmten
Bedingungen - keine unüberwindlichen Hürden. Ob die Amerikaner von
ihrer früheren Bedingung abgerückt sind, dass sich Opel und GM auf
einigen asiatischen Märkten keine Konkurrenz machen dürfen, ist noch
unbekannt.
Für Frank Stronach ist die Übernahme von Opel sicher die Krönung
seines Lebenswerkes, für seine Manager um Generaldirektor Sigi Wolf
ist es das, was landläufig "a Wödhackn" genannt wird: Die Integration
eines Autokonzerns mit 50.000 Mitarbeitern in die Magna-Gruppe.
Stronach gründete Magna als Garagenbetrieb Ende der 50er-Jahre,
nachdem er nach Kanada auswanderte. Nun hat er 120.000 Mitarbeiter
(mit Opel).
Dass GM letztlich nachgab, liegt wohl an der Schwäche des
ehemaligen Paradekonzerns. Europa hat er vor handfesten
Auseinandersetzungen bewahrt. Wenn GM Eigentümer geblieben wäre und
Werke geschlossen worden wären, hätte es europaweit Streiks gegeben.
Das Werk Aspern wäre wohl auch dabei gewesen. Und Angela Merkel, die
sich nun als strahlende Siegerin präsentieren kann, wäre in der
heißen Phase des deutschen Wahlkampfs in enorme Bedrängnis gekommen.
So gesehen, durfte GM durchaus Bedingungen stellen ...
Rückfragehinweis:
KURIER, Ressort Wirtschaft
Tel.: 0043-1/52100-2638
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