- 10.09.2009, 11:03:46
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AKNÖ-Haneder zu Buseinstellungen: Ländlicher Raum wird weiter ausgehungert
AKNÖ-Präsident fordert bessere Verkehrsplanung mit landesweiten Mindestangeboten
wien (OTS/AKNÖ) - Von heute auf morgen wurden in weiten Teilen
Niederösterreichs hunderte Postbus-Kurse eingestellt. Obwohl die
meisten davon nur am Wochenende gefahren sind, trifft die Einstellung
von Frühbussen unter der Woche auch Pendler. AKNÖ-Präsident Haneder
übt an dieser weiteren Leistungskürzung Kritik: "Der ländliche Raum
wird weiter ausgehungert. Wir verlangen seit Jahren eine koordinierte
Verkehrsplanung zwischen Land und Bund." Die Planung dürfe man nicht
den Verkehrsunternehmen überlassen.
Besonders hart getroffen ist auch Zistersdorf. Hier fordert die
Niederösterreichische Arbeiterkammer die Wiedereröffnung der
Bahnlinie nach Drösing. Diese Strecke wurde erst kürzlich für den
stark steigenden Güterverkehr vollständig renoviert.
"Wir können der Behauptung, dass die seit Montag eingestellten Kurse
von niemandem benützt wurden, nicht ganz folgen", sagte
AKNÖ-Verkehrsexperte Thomas Kronister. Schon einen Tag nach
Bekanntwerden der Streichungen riefen die ersten Betroffenen an. Vor
allem Pendler aus Golling, die ihre Jahreskarten bereits bezahlt
haben, müssen jetzt noch einmal in die Tasche greifen und mit dem Pkw
zum nächsten Pendlerbahnhof fahren. Die Anrufer zogen Vergleiche mit
der Sky-Europe-Pleite: Der Konsument bezahlt ein Ticket und bekommt
überfallsartig keine Leistungen mehr dafür: "Nicht einmal der
Fahrplanwechsel wurde abgewartet, so etwas hat es noch nicht
gegeben."
Viele Zubringerbusse zum nächsten Bahnhof fallen ab Samstag aus
Ohne Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr können derart
gravierende Einschnitte sowohl bei vielen Früh- und Abendkursen als
auch an Samstagen und Sonntagen nicht bleiben. Verkehrsexperte
Kronister: "Hunderte Zubringerbusse zur Nord- und Westbahn oder nach
Krems einzustellen, heißt auch weniger Fahrgäste in den
Regionalzügen." Große Landesteile sind jetzt an den Wochenenden
praktisch ohne öffentliches Verkehrsangebot. Bei der Einstellung der
Regionalbahnen im Weinviertel (Poysdorf-Hohenau,
Gaweinstal-Mistelbach, Mistelbach-Zistersdorf-Drösing,
Korneuburg-Mistelbach usw.) hat man Ersatzbusse versprochen. Die
meisten davon sind diese Woche ebenfalls eingestellt worden.
Die Niederösterreichische Arbeiterkammer fordert ein Mindestmaß an
Mobilitätsangeboten. "Das können auch Rufbusse, Sammeltaxis oder
Elektro-Leihautos sein", so der AK-Verkehrsexperte.
Rückfragen: Dipl.-Geograf Thomas Kronister, Tel. 05-7171-1602.
Rückfragehinweis:
AKNÖ-Presse, Peter Sonnberger, Tel. 05-7171-1247
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