Hiroshima-Gedenkstein in Ottakring enthüllt

Erinnert an Schrecken des Atombomben-Abwurfs und Ottakringer Schriftsteller Karl Bruckner, der damit verbundenes Leid beschrieb

Wien (OTS) - Am Mittwoch enthüllten Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Bezirksvorsteher Franz Prokop um 16.00 Uhr vor dem Amtshaus des 16. Bezirkes (16., Richard-Wagner-Platz 19) einen Gedenkstein in Erinnerung an die Schrecken des Atombomben-Abwurfes über der japanischen Stadt Hiroshima von 1945. Zugleich soll das Denkmal auch an den 1982 in seinem Heimatbezirk verstorbenen österreichischen Jugendschriftsteller Karl Bruckner erinnern, der 1961 das Buch "Sadako will leben" veröffentlichte und darin den Leidensweg einer Strahlenvergiftung beschrieb. Maßgeblich finanziert wurde der Gedenkstein von Japan Tobacco International (JTI) / Austria Tabak, einem Unternehmen mit "Ottakringer Wurzeln und japanischer Zukunft." Der Stein des Mahnmals ist ein Originalstück aus dem damals zerbombten Rathaus von Hiroshima.

Häupl erinnerte in seiner Ansprache an die schrecklichen Zerstörungen des 2. Weltkriegs, noch heute seien die Bilder der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki präsent. Noch 64 Jahre nach dem ersten Atombombenabwurf würde die aktuelle Situation aber allen Abrüstungsplänen diametral entgegen laufen. Eine völlige Ächtung und Beseitigung von Atomwaffen sei deshalb "unabdingbar notwendig". Beeindruckt zeigte sich Häupl von dem Buch "Sadako will leben", dass er bereits in jungen Jahren gelesen habe. "Ein Buch wie man es sich nur wünschen kann, um die Idee des Friedens an junge Menschen zu vermitteln", so Häupl.

Prokop hob die direkte Verbindung zwischen Hiroshima und Ottakring hervor, die durch das Buch Karl Bruckners gegeben sei. Es bestehe die Hoffnung, dass die jüngsten Abrüstungsgespräche Früchte tragen, auch wenn die Bedrohung durch Atomwaffen höher denn je sei. Mit dem Mahnmal wolle man ein "Zeichen für Pazifismus und Abrüstung" setzen.

Der japanische Botschafter Akio Tanaka erinnerte seinerseits daran, dass Japan das einzige Land sei, dass Atombombenabwürfe zu ertragen gehabt habe und begrüßte das Denkmal als "Mahnmal für den Weltfrieden." Zudem strich Tanaka die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Österreich hervor, die heuer ihr 140jähriges Jubiläum feiern.

Auch Österreich-Chef von JTI / Austria Tabak, Hagen von Wedel, verwies auf den wichtigen Beitrag Bruckners zur Aufarbeitung der Geschichte. Die Unterstützung des Projekts sei für ihn eine "dankbare Selbstverständlichkeit".

Stichwort: Sadako Sasaki

Sadako Sasaki (1943-1955) war eine japanische Schülerin, die als Zweijährige den Atombombenabwurf überlebe, jedoch durch die freigesetzte Strahlung tödlich an Leukämie erkrankte. Während ihres Krankenhausaufenthaltes und ihrem Bemühen um Genesung wurde sie weltweit berühmt. Künstlerisch inspirierte Sadakos Leidensweg mehrere Kunstschaffende. 1958 wurde ein Kinder-Friedensdenkmal in Hiroshima errichtet, 1990 entstand in Seattle (USA) eine lebensechte Bronzestatue des Mädchens.

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