- 10.09.2009, 10:12:26
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Hiroshima-Gedenkstein in Ottakring enthüllt
Erinnert an Schrecken des Atombomben-Abwurfs und Ottakringer Schriftsteller Karl Bruckner, der damit verbundenes Leid beschrieb
Wien (OTS) - Am Mittwoch enthüllten Wiens Bürgermeister Dr.
Michael Häupl und Bezirksvorsteher Franz Prokop um 16.00 Uhr vor dem
Amtshaus des 16. Bezirkes (16., Richard-Wagner-Platz 19) einen
Gedenkstein in Erinnerung an die Schrecken des Atombomben-Abwurfes
über der japanischen Stadt Hiroshima von 1945. Zugleich soll das
Denkmal auch an den 1982 in seinem Heimatbezirk verstorbenen
österreichischen Jugendschriftsteller Karl Bruckner erinnern, der
1961 das Buch "Sadako will leben" veröffentlichte und darin den
Leidensweg einer Strahlenvergiftung beschrieb. Maßgeblich finanziert
wurde der Gedenkstein von Japan Tobacco International (JTI) / Austria
Tabak, einem Unternehmen mit "Ottakringer Wurzeln und japanischer
Zukunft." Der Stein des Mahnmals ist ein Originalstück aus dem damals
zerbombten Rathaus von Hiroshima.
Häupl erinnerte in seiner Ansprache an die schrecklichen
Zerstörungen des 2. Weltkriegs, noch heute seien die Bilder der
Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki präsent. Noch 64 Jahre
nach dem ersten Atombombenabwurf würde die aktuelle Situation aber
allen Abrüstungsplänen diametral entgegen laufen. Eine völlige
Ächtung und Beseitigung von Atomwaffen sei deshalb "unabdingbar
notwendig". Beeindruckt zeigte sich Häupl von dem Buch "Sadako will
leben", dass er bereits in jungen Jahren gelesen habe. "Ein Buch wie
man es sich nur wünschen kann, um die Idee des Friedens an junge
Menschen zu vermitteln", so Häupl.
Prokop hob die direkte Verbindung zwischen Hiroshima und
Ottakring hervor, die durch das Buch Karl Bruckners gegeben sei. Es
bestehe die Hoffnung, dass die jüngsten Abrüstungsgespräche Früchte
tragen, auch wenn die Bedrohung durch Atomwaffen höher denn je sei.
Mit dem Mahnmal wolle man ein "Zeichen für Pazifismus und Abrüstung"
setzen.
Der japanische Botschafter Akio Tanaka erinnerte seinerseits
daran, dass Japan das einzige Land sei, dass Atombombenabwürfe zu
ertragen gehabt habe und begrüßte das Denkmal als "Mahnmal für den
Weltfrieden." Zudem strich Tanaka die diplomatischen Beziehungen
zwischen Japan und Österreich hervor, die heuer ihr 140jähriges
Jubiläum feiern.
Auch Österreich-Chef von JTI / Austria Tabak, Hagen von Wedel,
verwies auf den wichtigen Beitrag Bruckners zur Aufarbeitung der
Geschichte. Die Unterstützung des Projekts sei für ihn eine "dankbare
Selbstverständlichkeit".
Stichwort: Sadako Sasaki
Sadako Sasaki (1943-1955) war eine japanische Schülerin, die als
Zweijährige den Atombombenabwurf überlebe, jedoch durch die
freigesetzte Strahlung tödlich an Leukämie erkrankte. Während ihres
Krankenhausaufenthaltes und ihrem Bemühen um Genesung wurde sie
weltweit berühmt. Künstlerisch inspirierte Sadakos Leidensweg mehrere
Kunstschaffende. 1958 wurde ein Kinder-Friedensdenkmal in Hiroshima
errichtet, 1990 entstand in Seattle (USA) eine lebensechte
Bronzestatue des Mädchens.
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(Schluss) kad
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