Was Flexibilität so alles verschleiert (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 8. Sep. 2009

Klagenfurt (OTS) - "Flexibel" - dieser Begriff klingt so schön und verdeckt immer wunderbar, was damit gemeint ist. Derzeit macht er im Vorfeld des heißen Herbstes die Runde, vorsorglich von Arbeitgebervertretern und Experten platziert. In Wahrheit wünscht sich die Wirtschaft flexible Arbeitnehmer und denkt an anpasssungsfähige - was Lohn- und Jobbedingungen betrifft. Flexibel zu sein heißt demnach, größtmögliche Mobilität zu zeigen, jederzeit von Voll- auf geringfügige oder Kurzarbeit zurückzuschalten und die Lebensverhältnisse auf die Hochschaubahn der ökonomischen Entwicklungen abzustimmen.

Dass man sich Spielräume für Willkür schaffen will, ist ja nicht neu. Aber katastrophengestärkt steigen auch die Chancen, sich mit der altbekannten Strategie ("Jeder muss seinen Beitrag leisten") leichter ein bisschen mehr als sonst herauszuholen. Die Wirtschaft sollte jedenfalls so flexibel sein zu erkennen, dass jene, die ohnehin die Krisensuppe auslöffeln müssen, nicht noch einmal abgezockt werden dürfen.

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