Katholischer Familienverband lädt zur Enquete "beziehungs-los"

Hochrangig besetzte Enquete zur Lebensrealität heutiger Paarbeziehungen am 18. September in Wien - Dompfarrer Faber: "Gemeinsamer Glaube ist große Hilfe für Paare"

Wien, 07.09.2009 (KAP) Zu einer hochrangig besetzten Enquete unter dem Titel "beziehungs-los?" lädt am 18. September der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) in Wien. Dabei geht es u.a. um die Frage, "wie Beziehungen in guten wie schlechten Zeiten dauerhaft gelingen können. Ziel der Enquete ist es, auf wissenschaftlichem Niveau die tatsächliche Lebensrealität heutiger Paarbeziehungen sowie familiäre Lebensrealitäten zu erfassen. Zugleich soll "Freude an und mit Kindern sowie Freude an und mit Familie" vermittelt werden, betonte KFÖ-Präsident Prof. Clemens Steindl am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Das Thema sei "hochaktuell", so Steindl unter Verweis etwa auf die unlängst erschienene Wertestudie über den Wertewandel in Österreich 1990-2008. Darin komme deutlich zum Ausdruck, dass ein stabiles Beziehungsleben sowie der Wunsch nach Familienleben ein "hochgradiger Sehnsuchtswert" in der Bevölkerung sei.

Laut Studie gehört für die Hälfte der Österreicher zum Glücklichsein eine Ehe oder eine dauerhafte Beziehung. 80 Prozent der befragten Jugendlichen äußerten den Wunsch, einmal heiraten zu wollen. Gleichzeitig gibt es in Österreich jährlich etwa 20.000 Scheidungen, von denen rund 21.000 Kinder betroffen sind. Angesichts dieser Zahlen müsse man sich fragen, "warum heute Sehnsuchts- und Realitätswerte so weit auseinanderklaffen", so KFÖ-Präsident Steindl: "Das Thema der Enquete betrifft einfach alle, da man nicht beziehungslos leben kann".

Neue Aspekte erhofft sich Steindl bei der Enquete, die u.a. von Familien-Staatssekretärin Christine Marek eröffnet wird, im Blick auf die derzeit diskutierten Theorien frühkindlicher Bindung. Diese gehen davon aus, dass frühkindlich erfahrene Nähe und Bindung sich auch auf die Bindungsfähigkeit des Heranwachsenden im Erwachsenenalter auswirkt. Zu dieser bislang wenig erörterten Frage wird bei der Enquete der Bochumer Sozialpsychologe Prof. Hans W. Bierhoff referieren. Einen grundlegenden "soziologischen Ein- und Ausblick" in das "Beziehungsleben der Österreicher" gibt die Wiener Familiensoziologin Ulrike Zartler. Schließlich wird die Schweizer Psychologin Julia Onken über das Thema "Beziehungsfallen erkennen und vermeiden" sprechen.

Den Abschluss der Enquete bildet eine Podiumsdiskussion mit dem Wiener Dompfarrer Anton Faber, der Paartherapeutin Sabine Bösel, dem Jugendforscher Philipp Ikrath sowie der Juristin Barbara Petsch zum Thema "Wer kann Orientierung geben, damit Beziehungen dauerhaft gelingen?". Im Rahmen der Veranstaltung wird außerdem das neue Buch der Journalisten Gabriele Hufnagl-Kuhn und Michael Hufnagl, "Paarspaltereien. Warum Sie immer alles ganz anders sieht als Er" präsentiert.

Glaube ist große Hilfe für Paare

Wie Dompfarrer Anton Faber bei der Pressekonferenz betonte, habe er die Erfahrung gemacht, dass gerade in Krisensituationen bei katholischen Paaren der gemeinsame Glaube eine große Hilfe darstellen kann. "Gelebter Glaube macht krisensicher", so Faber. Bei aller Freude, die eine Hochzeit mit sich bringe, müsse man immer auch den Blick für das "danach" bewahren, betonte der Dompfarrer:
"Das Ideal der christlichen Ehe ist ein wichtiger Leitwert, aber wir müssen immer auch von der Realität und möglichen Krisen sprechen".

Die Enquete dauert von 9 bis 14.30 Uhr und findet im "Schwester-Restituta-Saal" der Erzdiözese Wien (Stephansplatz 6/DG, 1010 Wien) statt. (Informationen: Internet: www.beziehungs-los.at).

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