Alltagspropaganda im ehemaligen Ostblock - Ein "Misthaufen" der Geschichte?

Wien (OTS) - Aus aktuellem Anlass der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Falls des Eisernen Vorhangs widmet sich das Institut für kulturresistente Güter dem bisher vielfach unbeleuchteten Themenschwerpunkt
"Alltagspropaganda in Osteuropa", das am Beispiel der ehemaligen Tschechoslowakei beleuchtet wird. Der in Wien lebende tschechische Künstler Abbé Libansky geht mit seiner Installation der Frage nach, wie gefährlich Propaganda ist. Von Briefmarken über Kinderbücher, Sportgeräte, alte Fernseher mit Propagandafilmen der 70-iger Jahre bis hin zu riesigen Transparenten, Portraits von Regierungs-mitgliedern und Volkshelden liegt alles alt, kaputt und verstaubt auf einem Haufen. Gehört dieser Misthaufen tatsächlich der Vergangenheit an oder reichen die Auswirkungen von Propaganda - egal welcher Art auch immer - weit über das Ablaufdatum der ehemaligen Regierungen und Systeme hinaus?

Die Ausstellung - Relevanz für die Gegenwart im neuen Europa

Die Propagandakunst der ehemaligen UDSSR, vor allem Werke, deren Entstehungsdatum zwischen 1910 und 1950 lag, wurde millionenfach reproduziert und in die Satellitenstaaten exportiert. Diese Formen der Propaganda mussten besonders seit dem Jahr 1950 in allen öffentlichen Gebäuden gezeigt werden und beherrschten das Leben der Menschen in den ehemaligen Warschauer Pakt Ländern.

Die oft nicht bekannten Formen der "Alltagspropaganda" werden im Gegensatz zur "großen politischen Propaganda", die z.B. im Zuge von 1.Mai-Aufmärschen sichtbar wurde, rückblickend kaum wahrgenommen. Trotzdem übte sie natürlich einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Menschen aus (vgl. das Joseph Goebbels zugeschriebene Zitat "eine tausendmal wiederholte Lüge wird zur Wahrheit").

Die Ausstellung beschäftigt sich mit Formen der politischen "Alltagspropaganda" in der ehemaligen Tschechoslowakei und zeigt auf, wie konsequent und bis ins Detail die "Propagandamaschinerie" dieser Diktatur arbeitete und oft auch Kleinigkeiten des Alltags für ihre Zwecke missbrauchte. Sie geht der Frage nach, in wie weit diese Form der Propaganda Einfluss auf die Bevölkerung hatte und was nun, nach dem Zerfall der Sowjetunion, davon übrig blieb oder bis heute nachwirkt.

ZUR AUSSTELLUNG ERSCHEINT AUCH EIN KATALOG, UA. MIT TEXTEN VON:
DR. GERHARD JELINEK, JAN TABOR, TEREZA BRDECKOVÁ, DR. JOHANN MARTE

Ausstellungsdauer:
16.09 - 29.10.2009

Termin der Projektpräsentation: Eröffnung durch S.E. Dr. Jan Koukal, Botschafter der Tschechischen Republik Datum: 15. - 15.9.2009, jeweils 18:00 - 20:00 Uhr Ort: Tschechisches Zentrum Wien Herrengasse 17, 1010 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Tschechisches Zentrum Wien
Mag. Petra Popovic
Tel.: +43 (1) 535 23 60-13
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