- 06.09.2009, 09:00:25
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Arbeiterkammer Oberösterreich kritisiert: Neukredite für Konsumenten zu teuer
Linz (OTS) - Zahlreiche Beschwerden von Konsumentinnen und
Konsumenten haben die Arbeiterkammer veranlasst, das Zinsniveau bei
Neukrediten unter die Lupe zu nehmen. Ergebnis: Zwischen Juli 2007
und Juli 2009 ist der durchschnittliche effektive Zinssatz bei
Neukrediten um nur 17 Prozent gesunken. Im selben Zeitraum sind
allerdings die Sparzinsen für ein Jahr gebundenes Geld und täglich
fällige Spareinlagen um durchschnittlich 60 Prozent gesunken!
Geht man vom Drei-Monats-Euribor aus, welcher zur Bestimmung von
Kreditzinsen herangezogen wird, so hat sich der Aufschlag der Banken
bei der Neukreditvergabe im Durchschnitt um 40 Prozent erhöht.
Zwischen Juli 2007 und Juli 2009 ist der Drei-Monats-Euribor
um 60 Prozent gesunken. Der Durchschnittszinssatz ist um nur
17 Prozent gesunken - von 7,521 auf 6,227 Prozent. Während die
Sparzinsen mit dem sinkenden Zinsniveau erdrutschartig nach unten
angepasst wurden, warten die Verbraucher/-innen bei Neukrediten noch
immer auf entsprechende Anpassungen. Die verlangten
Zinsen für Neukredite stehen in keiner Relation zum stark gesunkenen
Zinsniveau. Die Bonität der Konsumenten/-innen ist gleich geblieben,
die Refinanzierungskosten sind gesunken - und dennoch
erhöhen die Banken ihre Marge durchschnittlich um 40 Prozent.
"In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wo Konsum und
Investitionen so wichtig sind, ist diese eigennützige Vorgehensweise
unverantwortlich", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert
Banken und Finanzministerium auf: "Die Kreditzinsen sind umgehend
marktkonform anzupassen. Von der öffentlichen Hand unterstützte
Banken müssen endlich vom alles dominierenden Prinzip der
Gewinnmaximierung abweichen und ihrer gesellschaftlichen
Verantwortung gerecht werden. Offensichtlich braucht es dazu
gesetzliche Regelungen."
Bestehende Kreditverträge sind grundsätzlich von dieser
Entwicklung nicht betroffen. Die Zinsen werden entsprechend der
vereinbarten Zinsgleitklauseln ausgehend vom ursprünglich
vereinbarten Anfangszinssatz angepasst. Vereinzelt beschweren sich
Konsumentinnen und Konsumenten bei der AK, dass ihre Bank den
Aufschlag bei ihrem bestehenden Kredit erhöhen will. Das muss
keinesfalls akzeptiert werden. Die Expertinnen und Experten der AK
raten, solchen Ankündigungen unbedingt mittels eingeschriebenem Brief
zu widersprechen.
Bei Sparbüchern gibt es Beschwerden, weil bestehende Sparbücher
mit guten Konditionen gekündigt werden. Eine Kündigung ist bei
zeitlich unbegrenzten Verträgen möglich. In den Sparbuchbedingungen
kann man die Bedingungen nachlesen. Werden diese eingehalten, ist die
Kündigung durch die Bank rechtmäßig. Eine Weiterführung des alten
Vertrages kann nicht erzwungen werden. Die AK-Konsumenteninformation
empfiehlt, im Falle einer Kündigung das neue Angebot der Bank mit
Hilfe des Bankenrechners auf
www.ak-konsumenten.info zu vergleichen.
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:presse@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com
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