"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Zurück zur Sache, bitte"

Barroso will Gusenbauer-Chance für Neustart der verkorksten EU-Debatte.

Wien (OTS) - Seit Mittwochabend laufen die Drähte zwischen Wien
und Brüssel heiß. Eine KURIER-Exklusivstory ("Barroso will Gusenbauer als Vize") stört die laufende stille Diplomatie zwischen der EU-Zentrale und den 27 EU-Hauptstädten. Daher wird nach außen hin lautstark dementiert. Alle Insider wissen, dass Barroso zwei Wochen vor seiner Wiederwahl im EU-Parlament eines nicht brauchen kann:
Öffentliche Anteilnahme beim Versuch, hinter den Kulissen eine tragfähige Mehrheit für sein neues EU-Kabinett zu zimmern. Denn der Konservative braucht dringend herzeigbare Rote für seine 27-köpfige Kommission, um vor der SP-Fraktion zu bestehen. Und wo suchen, wenn nicht bei den gerade noch sieben SP-Regierungschefs in der EU.
Wenn der Pulverdampf verraucht ist, bieten Barrosos Personalnöte eine unwiederbringliche Chance für einen Neustart der heimischen EU-Kommissars-Findung: Zuerst die Suche nach dem bestmöglichen EU-Ressort, dann die nach der bestgeeigneten Person. Und erst am Ende die Frage der Parteifarbe. Und nicht umgekehrt wie bislang. Der vielsprachige Alfred Gusenbauer hat Chancen auf den EU-Vize und gilt im In- und Ausland als höchstqualifiziert. Seine Parteifarbe sollte da zuletzt zählen.

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