- 03.09.2009, 11:56:08
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Grüne Wien: Schwangerschaftsabbruch entkriminalisieren
Vana, Pilz: Schwangerschaftsabbruch an allen öffentlichen Spitälern ermöglichen
Wien (OTS) - Die Grünen Wien fordern eine Entkriminalisierung des
Schwanger-schaftsabbruches. "Der Schwangerschaftsabbruch muss aus dem
Strafrecht entfernt werden", so die Stadträtin und Frauensprecherin
der Grünen Wien, Monika Vana. Seit 1975 ist der Schwangerschafts-
abbruch in Österreich nach jahrzehntelangem frauenpolitischem Kampf
innerhalb einer bestimmten Frist und unter bestimmten Bedingungen
außer Strafe gestellt. "Seit damals herrscht jedoch Stillstand in der
Weiterentwicklung der reproduktiven Gesundheitsrechte von Frauen im
Bereich Schwangerschaftsabbruch", kritisiert Vana. Statt notwendige
Verbesserungen für Frauen umzusetzen, wird der Schwangerschafts-
abbruch kriminalisiert, stellen AbtreibungsgegnerInnen die
Fristenregelung immer wieder in Frage, sind Frauen und medizinisches
Personal vor Abtreibungskliniken ungehindert Psychoterror
ausgesetzt.
Die Grünen Wien fordern deshalb die Ermöglichung des
Schwangerschaftsabbruchs in allen öffentlichen Spitälern in Wien.
Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz: "Das Recht auf reproduktive
Selbstbestimmung der Frau wird in der Wiener Gesundheitspolitik
unzureichend berücksichtigt. Obwohl in Wien seit 2003 ambulante
Schwangerschaftsabbrüche an gynäkologischen Abteilungen in
öffentlichen Spitälern möglich sind, weist nur die Semmelweisklinik
relevante Zahlen aus. Alle anderen Spitäler stehen in Bezug auf
Abtreibungen auf der Bremse". Es mangelt an fachlich kompetenter
Beratung vor Ort und dem Willen der Spitäler, Schwangerschafts-
abbruch als medizinische Leistung anzubieten. Aufgrund des
Spießrutenlaufs durch radikale AbtreibungsgegnerInnen vor privaten
Instituten wäre es für Frauen, die ungewollt schwanger sind, oft
angenehmer, den Abbruch in einem öffentlichen Spital vornehmen zu
lassen. Außerdem sind die Kosten für einen Abbruch im Krankenhaus
geringer.
Die Grünen fordern weiters Abtreibung und Verhütung auf Krankenschein
sowie Verbesserungen in der Prävention von ungewollter
Schwangerschaft. Die Kosten für Verhütungsmittel und
Schwangerschaftsabbruch sind in Österreich zu hoch und sind eine
privat zu bezahlende Leistung. In anderen europäischen Ländern wie
Dänemark, Frankreich und Norwegen werden die Kosten eines
Schwangerschaftsabbruchs großteils von den Krankenkassen übernommen,
ebenso Verhütungsmittel.
Die Grünen Wien rufen zur Demonstration "Abtreibung ist Frauenrecht"
auf. Treffpunkt: 17 Uhr, Friedrich-Schmidt-Platz 9 / Ecke
Felderstraße.
Rückfragehinweis:
Pressereferat, Tel.: (++43-1) 4000 - 81814, [email protected]
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