Grüne Wien: Schwangerschaftsabbruch entkriminalisieren

Vana, Pilz: Schwangerschaftsabbruch an allen öffentlichen Spitälern ermöglichen

Wien (OTS) - Die Grünen Wien fordern eine Entkriminalisierung des Schwanger-schaftsabbruches. "Der Schwangerschaftsabbruch muss aus dem Strafrecht entfernt werden", so die Stadträtin und Frauensprecherin der Grünen Wien, Monika Vana. Seit 1975 ist der Schwangerschafts-abbruch in Österreich nach jahrzehntelangem frauenpolitischem Kampf innerhalb einer bestimmten Frist und unter bestimmten Bedingungen außer Strafe gestellt. "Seit damals herrscht jedoch Stillstand in der Weiterentwicklung der reproduktiven Gesundheitsrechte von Frauen im Bereich Schwangerschaftsabbruch", kritisiert Vana. Statt notwendige Verbesserungen für Frauen umzusetzen, wird der Schwangerschafts-abbruch kriminalisiert, stellen AbtreibungsgegnerInnen die Fristenregelung immer wieder in Frage, sind Frauen und medizinisches Personal vor Abtreibungskliniken ungehindert Psychoterror ausgesetzt.

Die Grünen Wien fordern deshalb die Ermöglichung des Schwangerschaftsabbruchs in allen öffentlichen Spitälern in Wien. Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz: "Das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung der Frau wird in der Wiener Gesundheitspolitik unzureichend berücksichtigt. Obwohl in Wien seit 2003 ambulante Schwangerschaftsabbrüche an gynäkologischen Abteilungen in öffentlichen Spitälern möglich sind, weist nur die Semmelweisklinik relevante Zahlen aus. Alle anderen Spitäler stehen in Bezug auf Abtreibungen auf der Bremse". Es mangelt an fachlich kompetenter Beratung vor Ort und dem Willen der Spitäler, Schwangerschafts-abbruch als medizinische Leistung anzubieten. Aufgrund des Spießrutenlaufs durch radikale AbtreibungsgegnerInnen vor privaten Instituten wäre es für Frauen, die ungewollt schwanger sind, oft angenehmer, den Abbruch in einem öffentlichen Spital vornehmen zu lassen. Außerdem sind die Kosten für einen Abbruch im Krankenhaus geringer.

Die Grünen fordern weiters Abtreibung und Verhütung auf Krankenschein sowie Verbesserungen in der Prävention von ungewollter Schwangerschaft. Die Kosten für Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbruch sind in Österreich zu hoch und sind eine privat zu bezahlende Leistung. In anderen europäischen Ländern wie Dänemark, Frankreich und Norwegen werden die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs großteils von den Krankenkassen übernommen, ebenso Verhütungsmittel.

Die Grünen Wien rufen zur Demonstration "Abtreibung ist Frauenrecht" auf. Treffpunkt: 17 Uhr, Friedrich-Schmidt-Platz 9 / Ecke Felderstraße.

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