Neues Sachbuch über Geologie und Wien erschienen

Wegführer fördert Wissenswertes über den Wiener Stadtboden zutage

Wien (OTS) - Tief in die jahrmillionenweit entfernte Wiener
Vorzeit führt der heuer erschienene geologische Stadt Wien-Wanderführer "Wandern durch die Zeiten". Das handliche und im Design sehr ansprechend gestaltete Booklet stammt von der Grundbau-Gruppe der Kommune und ist man am Ende der ge(h)lehrten Wandertipps angelangt, schüttelt man erstaunt den zwischenzeitlich mit Gestein-Vokabular gut gefüllten Kopf ob der Herausgeberschaft. Nicht sperrig, nicht süßlich, kein ermüdendes Superlativ-Vokabular begleitet den Laien auf seiner Reise durch die Flysch- und Günz-Zonen Wiens, vielmehr hat das fünfköpfige Autorenteam unter der Herausgeberschaft von Eduard Winter einen angenehmen Stil in ihrer Schreibe entwickelt, der unaufdringlich das Interesse am meist unsichtbaren Stadtboden befördert.

Die elf Tourenvorschläge, die meisten entpuppen sich als feine zweistündige Spaziergänge, orientieren sich am Bemerkenswerten, nicht am Unsichtbaren. In der Lobau geht es um die Flyschzone, am Kahlenberg um sichtbare Überreste des Urmeeres, Löss und Rotlehm treten am Nordostabhang des Laaerberges zutage, im Kasgraben in Penzing kann man anhand des dort mäandrierenden Wienerwaldbaches das alte Strombett der Donau nachvollziehen. Vom Kleinen ins Große:
Dieses philosophische Prinzip halten fast alle Tipps bereit, wobei man auch hier an seine Vorstellungsgrößen kommt. Wer kann sich heute noch ernsthaft das Urmeer im Wiener Becken mitsamt Mangroven, Haifischen und Krokodilen vorstellen? Aber genau jene Überstrapazierung der laienhaften Phantasie ist es vielleicht auch, die das geologische Wissen immer ein bisschen geheimnisvoll erscheinen lässt. Dazu kommt auch, dass man in Wien dem Prinzip Tiefe eher selten begegnet. Am ehesten noch am Michaeler Platz mit seinen römischen Ausgrabungen, vielleicht auch beim Hinabblicken auf die Virgilkapelle bei der U-Bahn-Station "Stephansplatz".

Zum Stil der Beiträge wäre noch nachzutragen, dass die Autoren sympathischerweise auch rechts und links der geologischen Attraktionen blicken, was heißt, dass dem Leser musikalische und kulturhistorische Sidesteps nicht vorenthalten werden. Gut, aber nicht zu reich bebildert, im hinteren Umschlag ein nochmaliger Überblick über die geologischen Zeitabschnitte mit Beispielen für Wien - für's Jura werden da die poetisch klingenden St. Veiter Klippenzone erwähnt, für die Trias gibt es eine Verneigung vor der Mizzi-Langer-Wand -: der Gesteinsführer der Wiener Geologen der Stadt Wien ist ein wirklich bemerkenswerter und ungewöhnlicher Reiseführer für jeden interessierten Stadtbewohner.

Eduard Winter (Hg.): "Wandern durch die Zeiten", Geologischer Wanderführer von Wien, 164 Seiten, Wien 2009, ISBN-10 3-9502000-1-0; ISBN-13978-3-9502000-1-0; Preis: Euro 19,90 Das Buch ist neben dem Buchhandel auch direkt über die MA 29 (Brückenbau und Grundbau) zu beziehen. E-Mail: post@m29.magwien.gv.at

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