Nach tragischem Unfall: Servicecenter ÖGS.barriererfrei fordert österreichweite Telefonvermittlungsstelle

Gehörloses Ehepaar kam in Flammen um und hatte keine Möglichkeit, um Hilfe zu rufen. Mit Notrufservice, wie es in anderen Ländern existiert, wären sie zu retten gewesen.

Wien (OTS) - Am 19. August kam am Attersee ein gehörloses Ehepaar bei einem Wohnungsbrand ums Leben. Sie hatten keine Möglichkeit, um Hilfe zu rufen. Ein tragischer Unfall, der mit Hilfe des Gesetzgebers hätte verhindert werden können, wie Ing. Lukas Huber vom Österreichischen Gehörlosenbund (ÖGLB) feststellt.

In Ländern wie Schweden, Deutschland oder den USA gibt es für derartige Notfälle bereits längst ein Telefon-Relay-Center mit einem Notrufsystem, das für Gehörlose rund um die Uhr erreichbar ist. Dieses ermöglicht ihnen eine barrierefreie Telekommunikation: Die Zentrale nimmt Anrufe von Gehörlosen via SMS oder Video in Gebärdensprache entgegen und vermittelt das Gespräch mündlich an die gewünschte Notrufstelle.

In Österreich arbeitet das Servicecenter ÖGS.barrierefrei unter der Leitung von Frau Mag.a Helene Jarmer schon seit langem intensiv daran, dass ein solches Relay-Center auch hierzulande realisiert werden kann und den rund 10.000 Gehörlosen zur Verfügung steht. Gäbe es ein solches System bereits, wäre das Ehepaar möglicherweise noch am Leben.

"ÖGS.barrierefrei fordert die politischen Verantwortlichen daher auf, alle Hebel in Bewegung zu setzen und ein Gesetz zu erlassen, das den Betrieb einer solchen Telefonvermittlungsstelle mit Notruf rund um die Uhr sichert", stellt Huber klar. Die Deutsche Bundesregierung ist bereits mit gutem Beispiel voran gegangen und hat ein solches Gesetz erlassen.

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