- 31.08.2009, 12:25:24
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Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zum 70. Jahrestag des Ausbruches des Zweiten Weltkrieges
Wien (OTS) -
Bundespräsident Dr. Heinz Fischer erinnerte heute daran, dass vor
genau 70 Jahren mit dem von Adolf Hitler befohlenen Überfall der
Deutschen Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg vom Zaun gebrochen
wurde.
"Der 1. September 1939 war ein wahrhaft historisches Datum, denn
durch den Zweiten Weltkrieg sind in Summe nicht nur mehr als 50
Millionen Menschen (Soldaten und Zivilisten) in den kriegsführenden
Staaten ums Leben gekommen und ungezählte Dörfer, Städte und Regionen
dem Erdboden gleichgemacht worden, sondern es sind auch die
Landkarten Europas und Asiens fundamental verändert worden.
Der Zweite Weltkrieg hatte millionenfach schreckliche
Einzelschicksale zur Folge, er war mit dem Holocaust, also der
systematischen Vernichtung von sechs Millionen Juden verbunden und er
hat Russland bzw. der Sowjetunion unvorstellbare Opfer abverlangt -
letzten Endes aber dem Stalinismus einen enormen Machtgewinn und eine
Ausdehnung seines Herrschaftsbereiches bis ins Zentrum Europas
ermöglicht", sagte der Bundespräsident.
"Nachdem der Zweite Weltkrieg bereits 21 Jahre nach dem Ende des
Ersten Weltkrieges ausgebrochen ist, stand die Völkergemeinschaft
nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vor der großen und schwierigen
Aufgabe einer vergleichbaren Entwicklung entgegen zu wirken und der
Gefahr eines Dritten Weltkrieges zu begegnen.
Die Gründung der Vereinten Nationen, die Europäische Zusammenarbeit
im Rahmen der EWG bzw. der EU und der erfolgreiche
Transformationsprozess vieler Diktaturen in Demokratien waren
entscheidende Schritte zum Aufbau friedlicher Beziehungen zwischen
den ehemaligen Teilnehmerstaaten des Zweiten Weltkrieges und zur
Stärkung der internationalen Zusammenarbeit.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung in den Jahrzehnten nach dem
Zweiten Weltkrieg half bei der Verwirklichung dieser Ziele.
Man darf daher sagen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg vieles anders
und besser gemacht wurde als zwischen dem Ersten und dem Zweiten
Weltkrieg. Und die Demokratie als die humanste Form des menschlichen
Zusammenlebens ist seit den schrecklichen Erfahrungen mit den
grausamen Diktaturen des 20. Jahrhunderts - bei aller Kritik im
Einzelnen - in wachsendem Maß anerkannt und unbestritten.
Aber alle diese Erfolge müssen Tag für Tag und Jahr für Jahr
verteidigt und neu gefestigt werden. Diesem Zweck dient es auch, wenn
wir den Beginn des Zweiten Weltkrieges, die Diktatur Hitlers und die
nachfolgenden Ereignisse dauerhaft im Gedächtnis behalten", schloss
der Bundespräsident.
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