- 30.08.2009, 09:00:00
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"trend": Widerstand gegen Generika
Laut neuer EU-Studie kostet die Blockade von Generika durch die Pharmaindustrie die EU-Bürger mehrere Milliarden Euro.
Wien (OTS) - Die Tricks der Pharmaindustrie zur Verteidigung ihrer
Blockbuster sind für die Bürger ein teurer Spaß, schreibt das
Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe.
Eine soeben fertiggestellte Studie der EU-Kommission zeigt, dass die
Originalhersteller den Markteintritt von Generika verzögern und
allein dadurch ein Fünftel der Einsparungen, die durch den Einsatz
von Generika möglich wären, wieder zunichte machen. Im
Untersuchungszeitraum von 2000 bis 2007 ging es dabei immerhin um
eine Summe von drei Milliarden Euro.
Beliebtestes Mittel in diesem Abwehrkampf sind so genannte
Patentcluster. Dabei wird ein einziges Präparat nicht bloß mit einem
Patent, sondern mit hunderten verschiedenen Exklusivrechten versehen.
Multipliziert mit der Zahl der EU-Mitgliedstaaten, kann das bis zu
1300 Patente pro Medikament bedeuten, die auslaufen müssen, ehe ein
Generikum zum Einsatz kommen kann. Diese Strategie ist höchst
effizient, weil es kein einheitliches EU-weites Patentrecht gibt.
"Damit können Generikahersteller vor den Kadi gezerrt werden, nur
weil sie in irgendeinem EU-Land irgendein Patent übersehen haben",
kritisiert Peter Wieninger vom Hauptverband der Sozialversicherungen.
Dringendste Forderung der Studienautoren ist deshalb die schnelle
Einführung eines europäischen Gemeinschaftspatents und die
gegenseitige Anerkennung von Patentrechtsverfahren. Darüber hinaus
fordert Wieninger auch die Schaffung eines transparenten, EU-weiten
Patentregisters. Derzeit muss ein Generikahersteller in jedem EU-Land
extra recherchieren, ab wann ein Medikament patentfrei ist.
Kritik gibt es aber auch an den Generikaherstellern: Laut Studie
endeten 223 von 698 Patentprozessfällen mit einem Vergleich, der zu
einer Einschränkung des Generikavertriebs bei gleichzeitigem
"Vermögenstransfer" vom Original- zum Generikahersteller führte. Im
Klartext: Man ließ sich den Verzicht auf den Markteintritt mit in
Summe 200 Millionen Euro abkaufen.
Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402
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