- 27.08.2009, 17:04:45
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Österreichische Volksbanken-AG - Licht und Schatten zum Halbjahr
Wenzel: Konkrete Neustrukturierung sind ein Neustart für die Österreichische Volksbanken-AG
Wien (OTS) - - Wertkorrekturen und realwirtschaftliche Situation
drücken auf die Ergebnisse
- 139 Mio. Verlust für die ÖVAG zum Halbjahr
- Volksbanken Primärstufe als solide Basis
Wie bereits Ende Juli bekannt gegeben, rechnet die Österreichische
Volksbanken-AG für das laufende Geschäftsjahr mit keinem positiven
Ergebnis. Wertkorrekturen und die realwirtschaftliche Situation
drücken das Halbjahresergebnis 2009, das vor Steuern bei EUR -139
Mio. liegt.
Im zweiten Quartal wurde zur Stärkung der Eigenkapitalquote
Partizipationskapital an die Republik Österreich begeben. Damit ist
es gelungen, die Eigenmittelquote auf 12,5 % zu steigern. Diese Quote
hat sich damit um mehr als 3 Prozentpunkte gegenüber dem ersten
Quartal verbessert. Der Überschuss der Eigenmittel über das
regulatorische Erfordernis liegt bei knapp EUR 1,5 Mrd. "Wir haben
auch im zweiten Quartal ein hohes Augenmerk auf die Versorgung mit
Liquidität gelegt. Unsere Liquiditätsspeicher sind voll und wir sind
bereit, zukunftsorientierte Projekte unserer Kunden flexibel und
schnell zu finanzieren", so Gerald Wenzel, Generaldirektor der
Österreichischen Volksbanken-AG.
Eine gebremste Kreditnachfrage ist weiterhin vor allem beim
Firmenkundengeschäft im Inland festzustellen, da viele Unternehmen
durch die negativen Wirtschaftsprognosen ihre Investitionen in die
Zukunft verschieben. "Die Auswirkung der Finanzkrise auf die
Realwirtschaft schlägt sich vor allem in der Risikovorsorge für das
Kreditgeschäft nieder. Die Finanzwirtschaft muss noch im gesamten
Jahr 2009 und sicher auch noch 2010 mit zum Teil empfindlichen
Ausfällen rechnen", so Gerald Wenzel. Keine Schwierigkeiten bei der
Kreditnachfrage gibt es bei den regionalen Volksbanken: "Im
KMU-Segment sind trotz Krise keine großen Auswirkungen zu spüren. So
haben zum Beispiel unsere regionalen Volksbanken im zweiten Quartal
die Unternehmenskredite im Jahresabstand sogar um 10,2 %
ausgeweitet", so Hans Hofinger, Volksbanken-Verbandschef und
Aufsichtsratschef der Österreichischen Volksbanken-AG.
Als Stabilitätsfaktor zeichnet sich in diesem Umfeld das
Retailgeschäft aus. Das Zinsergebnis im Segment Retail weist ein Plus
von EUR 66 Mio. (+ 23,4 %) gegenüber dem Vorjahr auf, EUR 47 Mio. (+
30,3 %) davon entfallen auf die Banken in CEE.
Im Vergleich zum ersten Quartal konnte die Österreichische
Volksbanken-AG zum Halbjahr ihr Ergebnis stabilisieren und den
Abschwung leicht bremsen. Verantwortlich dafür sind vor allem die
allgemeine Beruhigung auf den internationalen Finanzmärkten die zu
einer Entspannung bei der Wertpapierbewertung führte. Das negative
Ergebnis ist demnach vor allem auf die stark gestiegene
Risikovorsorge in der Höhe von EUR -294 Mio. zurückzuführen, das
operative Geschäft entwickelte sich im ersten Halbjahr 2009 weiterhin
zufriedenstellend.
Die Bilanzsumme beträgt zum 30.6.2009 EUR 53 Mrd., was in etwa dem
Wert zum 31.12. 2008 entspricht.
Das Vertrauen der Kunden in die Österreichische Volksbanken-AG zeigt
sich ganz klar bei den aktuellen Zahlen zu den Primärmitteln. Trotz
anhaltend schwieriger Marktbedingungen sind die gesamten Primärmittel
(Kundeneinlagen, verbriefte Verbindlichkeiten und Nachrangkapital) im
ersten Halbjahr 2009 um 5,8 % oder EUR 1,7 Mrd. gestiegen.
Die bankrechtlichen Eigenmittel der Österreichischen Volksbanken-AG
betragen zum 30.6.2009 EUR 4,1 Mrd. Die Tier I Ratio (Verhältnis
Kernkapital zur Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko) beträgt nun
10,7 %. Die Eigenmittelquote bezogen auf das Gesamtrisiko liegt bei
12,5 %.
Die Verwaltungsaufwendungen von EUR 312 Mio. weisen im Jahresabstand
einen Rückgang von EUR 26 Mio. auf, was die Effizienz der gestarteten
Kostensenkungsprogramme belegt. Die Cost-Income-Ratio konnte von
zuletzt 73,8 % (erstes Quartal) auf 61,7 % verbessert werden.
Verkauf der Retailbanken noch 2009 geplant - PS Kapital soll so rasch
als möglich zurückgezahlt werden
Zentrale Zukunftsfragen der Österreichischen Volksbanken-AG wurden in
der heutigen Aufsichtsratssitzung behandelt. So soll das Konzept
Regio - der Verkauf von 5 Retailbanken (Volksbank Wien, Volksbank
Linz-Mühlviertel, Ärztebank, Immo-Bank und VB Factoring) - nun noch
2009 umgesetzt werden. Diese Banken werden künftig als eigenständige
Volksbanken im starken Volksbanken Verbund aufgestellt sein. Einmal
mehr betonte Gerald Wenzel, dass das von der Republik gezeichnete
PS-Kapital so rasch als möglich zurückbezahlt wird.
Neustrukturierung und Konzentration auf das Kerngeschäft
Die heute im Aufsichtsrat diskutierten Maßnahmen sind ein
wesentlicher Schritt nach vorne und die Basis für eine
Neustrukturierung des Konzerns.
Als Reaktion auf das geänderte Marktumfeld wird eine Konzentration
auf das kundennahe Kerngeschäft und auf die Spitzeninstitutsfunktion
für die regionalen Volksbanken erfolgen. Damit verbunden sind
Einschnitte und Redimensionierungen in einzelnen Geschäftsfeldern, wo
die Perspektiven aus der Beurteilung der derzeitigen Marktlage
eingeschränkt sind. "Diese notwendigen Schritte sind ein klarer
Neustart für die Österreichische Volksbanken-AG und werden in den
nächsten Monaten mit aller Konsequenz umgesetzt. Damit verbunden sind
weitere Belastungen im 3. und 4. Quartal", betont Gerald Wenzel. Ein
Masterplan lässt auch Raum für weitere Maßnahmen, die bei Bedarf der
künftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angepasst werden. Dafür
gibt es grünes Licht von den Gremien und den Volksbanken.
Konsequente Umsetzung der Kosteneffizienzprogramme
Selbstverständlich wird weiterhin auch alles daran gesetzt, das
Kosteneffizienzprogramm, das sich im zweiten Quartal bereits sehr
positiv ausgewirkt hat, entschlossen weiter zu verfolgen um
nachhaltig Erträge zu erwirtschaften.
Im Fokus steht dabei vor allem die Steigerung der Kosteneffizienz und
das Heben von Synergien im In- und Ausland. Neben einer weiteren
Reduktion im Sachkostenbereich wird es auch einen Abbau von
Mitarbeitern geben. Laut aktueller Mittelfristplanung werden davon
etwa 900 Mitarbeiter betroffen sein. 700 davon im Ausland, etwa 200
in Österreich, die mehrheitlich durch natürliche Abgänge abgebaut
werden sollen.
Regionale Volksbanken mit Wachstum und hoher Ertragskraft
Die Volksbank Primärstufe, als Haupteigentümerin der Österreichischen
Volksbanken-AG, stellt durch den Kauf der fünf Retailbanken nicht nur
ihre Solidarität mit dem Spitzeninstitut unter Beweis, sondern auch
ihre wirtschaftliche Stärke. Wie Volksbanken-Verbandschef und
Aufsichtsratschef der Österreichischen Volksbanken-AG Hans Hofinger
erst kürzlich bekannt gab, konnten die regionalen Volksbanken im 2.
Quartal ein Bilanzsummenwachstum von 9 % erzielen. Die Spareinlagen
wurden um 6 %, die Direktkredite um 7 % gesteigert. Das
Betriebsergebnis beträgt nunmehr EUR 119 Mio. Die Ertragskraft - das
Verhältnis von Betriebsergebnis zu Bilanzsumme - erreichte 0,85%.
"Die Volksbanken haben damit ihre Position als regionaler Bankpartner
und Stütze des österreichischen Mittelstandes weiter gestärkt", so
Hofinger. Die ausgezeichnete Bonität des gesamten
Volksbanken-Verbundes (inkl. der Österreichischen Volksbanken-AG als
Spitzeninstitut) wurde erst im Mai 2009 - also mitten in der Krise -
von der Rating-Agentur Fitch neuerlich durch ein "A"-Rating
bestätigt.
Rückfragehinweis:
Österreichische Volksbanken AG
Walter Gröblinger
Tel.: +43 (0)50 4004-3864
mailto:[email protected]
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